Waldhof bleibt seiner Linie treu

Die Vorraussetzungen vor dem "Alles oder Nichts"-Spiel gegen den Lintorfer TC standen für die Herren des TC Waldhof schlecht. Jan-Rudolf Möller verreist, Christian Schmitke verletzt und zu allem Überfluss meldete sich auch Niels de Moree kurzfristig wegen einer fibrigen Erkältung krank. Die Chancen auf den Klassenerhalt waren am Samstag auf ein Minimum gesunken. Am Ende gelang selbiger dennoch - Dank der Fahrlässigkeit der Gäste aus Lintorf.

TC Waldhof - Lintorfer TC 6:0 o. Sp.

(H, 1. VL)

 

Bereits um 17 Uhr fanden sich die Protagonisten des Tages in der Regenthalle ein, um einige lockere Bälle zu schlagen. Der Notfallplan stand: Aus taktischen Gründen sollte der verletzte Christian Schmitke an Position zwei aufgestellt werden und das Spiel abschenken, während Matthias Merkel an eins sowie Julian Schulte und Christian Müller an den Positionen drei und vier die Kohlen aus dem Feuer holen sollten. Doch dazu kam es nicht. Als eine Viertelstunde vor Spielbeginn von dem niederländischen Geschwisterpaar Philippe und Francois Brand noch keine Spur zu sehen war und das Duo auch telefonisch nicht zu erreichen war, wurden die Paragraphen geritten. Auch den Gästen aus Lintorf war klar, dass nach dem verspäteten Eintreffen kein Aufstellen der beiden Niederländer mehr möglich war. Zum Spielen von zwei Einzeln waren sie nicht bereit. "Entweder ganz oder gar nicht", lautete die klare Ansage, die den 6:0-Erfolg für die Waldhöfer bedeutete.

Mannschaft entscheidet sich für die "harte Linie"

Zwar trafen die beiden Holländer wenig später ein - doch nach einer intensiven Beratung blieben die Mannen um Kapitän Christian Schmitke bei ihrer "harten Linie". "Ich hätte nicht gedacht, dass ich meiner Tenniskarriere mal so eine Entscheidung treffen würde. Grundsätzlich bin ich immer für eine sportliche Lösung, aber ich erwarte auch den Anstand, dass man sich zumindest meldet, wenn man es nicht pünktlich schafft", so Christian Schmitke. Eine sportliche Begründung hatte Tristan Preusse parat, auf dessen Aufstellung aus taktischen Gründe verzichtet werden sollte: "Wenn wir um des Erfolges Willen auf meinen Einsatz verzichten und dabei die menschliche Komponente außer Acht lassen, dann müssen wir unserer Linie auch treu bleiben, wenn es um die Bewertung des gegnerischen Verhaltens geht", so sein klares Statement.

 

Gemäß Wettspielordnung haben die Waldhöfer alle Argumente auf ihrer Seite. Die Regularien sind eindeutig - einen etwas fahden Beigeschmack hat der Klassenerhalt dennoch. Und auch wenn die Gäste aus Lintorf - nicht zuletzt durch das verspätete Eintreffen - nicht den Eindruck erweckten, als wiege der mit der Niederlage verbundene Abstieg für sie schwer, steht eines fest: An ihrer "harten Linie" werden sich die Waldhöfer zukünftig messen lassen müssen. 

 

Text: Henning Wiegert

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Kommentare: 10
  • #1

    Alex (Sonntag, 18 März 2012 18:29)

    Das verhalten ist echt sehr traurig . Ein herr schmidtke sollte sich mal hinterfragen ob das die richtige entscheidung ist ,zumal er als stadtmeister eine gewisse vorbildsfunktion hat für die kleinen !

  • #2

    Peter (Sonntag, 18 März 2012 20:43)

    Da kann ich mir nur anschließen. Es ist sehr traurig und arm.

    Peter

  • #3

    Jochen (Sonntag, 18 März 2012 20:48)

    Eine solche Maßnahme habe ich von einem Herrn Schmitke nicht erwartet.

    Man sollte sich fragen ob man jemals noch Fotos von ihm in Zeitschriften veröffentlichen oder zu Werbezwecken verwenden sollten!

  • #4

    Henning Wiegert (Sonntag, 18 März 2012 21:48)

    Liebe Nutzer der Kommentarfunktion,

    der Autor des Textes würde sich freuen, wenn sich hier niemand unter dem Mantel der Annonymität verstecken würde. Meinung ja, aber es wäre der Sache schon dienlich, wenn wir etwas genauer wüssten, wer sich hinter welcher Aussage verbirgt. Wäre übrigens auch fair.

    Danke!

  • #5

    Alex (Sonntag, 18 März 2012 22:29)

    Dieses verhalten kann man nun mal nicht tolerieren , und wenn man nun mal anonym bleiben möchte ,muss man das akzeptieren ! Es gibt das recht seine meinung frei äußern zu dürfen ! Außerdem muß ich dem jochen recht geben ! Arm und traurig herr schmidtke für bottrop

  • #6

    Brigitte Möller (Sonntag, 18 März 2012 22:29)

    Bin gerade erstaunt ob solcher fast mobbingmäßigen Äußerungen, die sich alle drei wie von einer Person lesen.
    Immer schön den Ball flach (über dem Netz)halten..:-)
    Gruß

  • #7

    Papi (Montag, 19 März 2012 08:02)

    Ich glaube, dass keiner der hier kommentierenden Herren am Samstag vor Ort war. Deshalb sollte man nicht urteilen, wenn man die genauen Umstände nicht kennt. Die Entscheidung hat ausserdem nicht Herr Schmitke alleine getroffen, sondern die gesamte Mannschaft. Schmiddi als Kapitän nun zum Buhmann zu machen, das grenzt nun wirklich an Mobbing. Schmiddi ist einer der fairsten Sportler, der mir in der Tennisszene je begegnet ist, also bitte wirklich mal den Ball flach halten! :-)

  • #8

    Christian Woznitza (Montag, 19 März 2012 09:02)

    Da kann ich mich "Papi" nur anschließen. Die Entscheidung hat die Mannschaft getroffen und nicht ein einzelner. Schmiddis Vorbildfunktion ist jedes Jahr bei den Stadtmeisterschaften zu sehen, bei denen er stets als fairer Spieler auftritt.

    Der Gegner aus Lintorf ist leider nicht zum ersten Mal mit diesem Verhalten aufgefallen. Die Spieler aus Holland erscheinen zu spät und keiner aus der Mannschaft informiert den Gegner darüber bzw. entschuldigt sich für die Verspätung. Dieses Verhalten ist nicht zu akzeptieren und entspricht auch nicht der hier häufig geforderten Vorbildfunktion!

    Gruß
    CW

  • #9

    Frank Zwickl Jr (Montag, 19 März 2012 19:34)

    Also ich war am Samstag bei uns in der Halle und habe mitbekommen was passiert ist. Natürlich ist zu hinterfragen ob das rein sportlich die richtige Entscheidung war, die die Mannschaft ( und nicht Christian Schmidtke allein ) da getroffen hat. Ich muss allerdings sagen das die Jungs nicht in der Bauernliga sondern in der 1 VL spielen. Jeder weiss das die Spieler dort zu 99% bezahlt werden. Da ich davon ausgehe, das die beiden Holländer die bei der Gastmannschaft ja an Position 1 und 3 spielen sollten, bezahlt werden mussten, und der Spieler an Position 2 dann wohl ebenfalls nicht umsonst spielt, ist das ganze vielleicht auch professioneller zu betrachten.
    Außerdem ist mir aufgefallen, das die "unsportliche Truppe von Waldhof" den beiden bereits anwesenden Gastspielern den einzig verfügbaren Platz zum einspielen frei machten. Also die beiden merkten, das Ihre Mannschaftskollegen nicht rechtzeitig da sein werden haben sie das weder angesprochen, um Entschuldigung gebeten noch versucht Sie zu erreichen. Die einzig tolle Idee war den Spielbericht bereits auszufüllen um Zeit zu schinden. Jeder weiss das nur anwesende Spieler eingetragen werden dürfen.
    Sicherlich eine schwierige Entscheidung für das Team....
    Lg Franky

  • #10

    Andreas Koczwara (Dienstag, 20 März 2012 07:45)

    Alex, Peter und Jochen sind doch nur erfundene Personen von den Medien um hier Aufmerksamkeit zu erregen. Sogar ich guck jetzt hier deshalb rein ;) Der Max hat in Berlin wohl nix zu tun ;) Nee, jetzt mal Quatsch beiseite. Ich teile die Meinung aller, außer der drei. VG Asa