Nichts für schwache Nerven

Nach der deutlichen Pleite gegen ETB Schwarz-Weiß Essen galt es für Auf’m Platz Kolumnist Christian Schmitke und seine Jungs des TC Waldhof gegen den MTV Kahlenberg zu punkten. Das Ziel die rote Laterne abzugeben gelang, es war jedoch kein Spiel für schwache Nerven. Den Waldhöfern wurde in jeglicher Hinsicht alles abverlangt.

Ausfall vor dem ersten Aufschlag

Der zweite Spieltag gegen MTV Kahlenberg sollte bzw. musste besser werden, da wir doch ganz gerne die rote Laterne des Tabellenletzten abgeben wollten. Und die Vorzeichen standen auch bis Samstag nicht so schlecht. Die Trainingsleistungen wurden besser und nach meinem Sondertraining am Freitag verspürte auch ich wieder so etwas wie Selbstvertrauen. Dazu kommt, dass wir bislang gegen den MTV immer relativ gut dagestanden haben. Es gab in der Vergangenheit einen Sieg und ein Unentschieden. Leider ereilte uns kurz vor Spielbeginn mal wieder eine üble Nachricht. Tristan, der eigentlich für das Doppel gesetzt war, rief an und teilte mir mit, dass er beim Einspielen am Morgen umgeknickt war und es wohl ganz stark nach einer Außenbanddehnung aussah. Somit konnten wir auf ihn nicht zurückgreifen. Nur wenige Stunden später sollte uns diese Nachricht wieder einholen, als Müllerchen im zweiten Satz der ersten Spielrunde schmerzverzerrt auf dem Hallenboden in Mülheim lag. Der erste Satz war bereits mit 2:6 verloren und es stand 2:2 - Müllerchen war zum ersten Mal im Match voll im Spiel und mindestens auf Augenhöhe. Der Sturz kam dann bei eigenem Aufschlag und eine Verletzungspause war unausweichlich. Müllerchen konnte nicht weiter befreit aufspielen und das folgende Break verhinderte seine Chancen das Spiel noch zu drehen. Und auch nach der Partie war klar, dass ein Doppeleinsatz nicht möglich war. Ein niederschmetterndes Ergebnis, da durch den 0:2-Rückstand nach der ersten Runde die Doppel entscheidend sein würden. Somit nehme ich schon vorweg, dass auch Rudi sein Spiel verloren hat. Dabei ging es aber wesentlich knapper zu. Nach verlorenen ersten Satz konnte er den zweiten Durchgang mit 7:5 für sich entscheiden. Der Match-Tiebreak verlief bis zum 8:8 ähnlich spannend. Rudi hatte Aufschlag und servierte nach außen, um dann einen Returnwinner von seinem Gegner zu kassieren, der im Anschluss mit einem starken Aufschlag das Match für sich entschied. Im Anschluss ärgerte sich Rudi, darüber den Aufschlag taktisch falsch auf seine Vorhand gespielt zu haben. Aber nachher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Mos und ich standen somit in der zweiten Runde stark unter Druck. Denn auch wenn wir mittlerweile Flökes fürs Doppel engagiert hatten, konnte man ja nicht davon ausgehen beide auch zu gewinnen.

Schmiddi sammelt Selbstbewusstsein

Mein Spiel lief von Anfang an wesentlich besser als in den Wochen zuvor. Auch wenn noch keine Kontinuität zu erkennen war, kam ich besser und besser ins Spiel. Es machte sogar wieder so viel Spaß, dass ich den Verlust des ersten Satzes mit 4:6 lächelnd verkraften konnte. Im zweiten Satz konnte ich dann ein frühes Break erzielen, das ich bis zum Schluss des Satzes verteidigen konnte. Der Match-Tiebreak verlief dann weniger spektakulär. Nach 6:1-Führung konnte ich diesen mit 10:5 gewinnen. Ich muss sagen, es war schon sehr erleichternd mal wieder gut gespielt und ein bisschen Selbstbewusstsein für die kommenden Aufgaben getankt zu haben.

 

Mos machte es dagegen von Beginn an spannender. Nachdem er schon im ersten Spiel einen Gegner hatte, der nur Serve & Volley spielte, musste er sich schon wieder der gleichen Herausforderung stellen. Leider im ersten Satz mit ähnlichem Erfolg. Sein Gegner servierte stark - zwischen dem ersten und zweiten Aufschlag war kein Unterschied zu erkennen. Im zweiten Satz ließ aber auch Mos bei seinem Aufschlag nichts anbrennen und konnte seinerseits den Satz mit einem Break für sich entscheiden. Im Match-Tiebreak erlaubte er sich nur einen Fehler bei eigenem Aufschlag und konnte somit zum 2:2 ausgleichen.

Entscheidung in den Doppeln

Es kam also alles auf die Doppel an. Da man nicht behaupten kann, dass Flökes und ich eine eingespieltes Doppel sind, wollten wir mit Rudi und Mos auf einen relativ sicheren Punkt im ersten Doppel gehen, ohne aber im zweiten aussichtslos zu sein. Und so wurden unsere Einschätzungen erfüllt. Mos und Rudi gewannen das Doppel zwar knapp, aber durch ein Break in jedem Satz relativ souverän. Bei unserem Doppel verpassten wir leider den Start. Meine Aufschläge kamen noch nicht konstant und auch Flökes musste sich erstmal an den neuen Boden und die Geschwindigkeit gewöhnen. Allerdings funktionierte es danach so gut, dass wir die folgenden Aufschlagspiele durchweg souverän gewinnen konnten. Trotzdem ging der Satz mit 4:6 verloren. Zu bemerken sei, dass Flökes mit seinen Aufschlägen unsere Gegner ziemlich frustrierte und selbige nur kopfschüttelnd die Bälle hinter sich aufsammelten. Seinen ersten zweiten Aufschlag servierte er übrigens erst in seinem dritten Aufschlagspiel. Und selbst das war ein Ass! Nichtsdestotrotz verloren wir bei 4:4 im zweiten seinen Aufschlag und mussten die Niederlage zum 3:3 hinnehmen, was aber gleichzeitig den ersten Punkt nach einem super spannenden Spieltag bedeutete.

 

Nach dem Spiel waren eigentlich alle sehr zufrieden mit dem Ausgang, der vom Spielverlauf auch sicherlich gerecht ist. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht überglücklich über das Unentschieden bin, da wir doch die ein oder andere Chance haben liegengelassen. Und auch vom Satzverhältnis wären wir beim direkten Vergleich hinten. Und da es in der Achter-Gruppe drei Absteiger gibt, wäre ein Sieg ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt gewesen. Als größter Wermutstropfen bleibt allerdings unsere Personalsituation, die nach dem Ausfall unseres Dauerpatienten Julian und die frischen Verletzungen von Müllerö und Tristan noch angespannter ist. Aber glücklicherweise bleiben uns noch zwei Wochen zur Regeneration, bevor der TC Bovert bei uns zu Gast ist und es zum internen Stadtduell mit Wotzi an Position vier kommen wird. Nach dem Spiel am Samstag freue ich mich jedenfalls schon auf die nächste Partie.

 

Viele Grüße!

 

Euer Schmiddi!

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