Wachablösung an der DTB-Spitze

Die Wachablösung an der Spitze des Deutschen TennisBundes (DTB) ist vollzogen. Dr. Karl Altenburg aus Oberursel wurde heute in Berlin von der Mitgliederversammlung mit einer deutlichen Mehrheit als neuer Präsident gewählt, so wie es u. a. der Tennisverband Niederrhein vorgeschlagen hatte. Mit Ralf-Eberhard Böcker als Schatzmeister ist nun auch wieder ein Niederrheiner im Präsidium.

"Wir freuen uns, dass der Neuanfang, für den wir uns eingesetzt hatten, nun starten kann", sagte TVN-Präsident Ulrich Bunkowitz. "Das Team, mit dem Karl Altenburg angetreten ist, hat sich so präsentiert, wie wir das erwartet hatten. Und es war auch gut, dass es am Ende einen fairen Übergang gegeben, der bisherige Präsident Dr. Georg von Waldenfels seinem Nachfolger gratuliert hat."

Georg von Waldenfels verzichtete auf erneue Kandidatur

Der Freiherr aus Franken, der zwölf Jahre an der Spitze des mit 1,6 Millionen Mitgliedern größten Tennisverbandes der Welt gestanden hatte und vor allem von Bayern als größtem Landesverband unterstützt wurde, verzichtete am Ende doch auf eine erneute Kandidatur gegen Karl-Georg Altenburg, für den sich im Vorfeld neben dem TVN sechs weitere große Verbände klar ausgesprochen hatten.

 

Von Waldenfels, 67 Jahre und früher bayerischer Finanzminister, zog  nach der Sitzung des Bundesausschusses am Samstag in Berlin die Konsequenz daraus, dass die Vertreter der Landesverbände die von ihm vorgeschlagene Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 20 Cent zurückgestellt hatten. Von Waldenfels hatte eine sofortige Umsetzung seines Vorschlags unter anderem als Voraussetzung für seine Kandidatur genannt. Dass er sich damit nicht durchsetzen konnte, machte deutlich, dass er bei einer Kandidatur gegen Karl Altenburg keine Chance haben würde. Während von Waldenfels im Wesentlichen an den alten Strukturen festhalten wollte, steht Altenburg für eine Modernsierung des DTB mit professionellerer Ausrichtung.

77 von 111 Stimmen für Altenburg - ein klares Votum

Dr. Karl Altenburg
Dr. Karl Altenburg

Der 48-jährige gebürtiger Mülheimer, Deutschland-Chef der US-Investmentbank J.P. Morgan in Frankfurt und fünffacher Vater, trat also ohne Gegenkandidat an und bekam  77 der ingesamt 111 Stimmen. Auch für die anderen aus dem Altenburg-Team gab es bis auf eine Ausnahme Mehrheiten.

 

So setzte sich Carl-Uwe Steeb, dreimaliger Davis-Cup-Sieger, mit 70 gegen 35 Stimmen als Vizepräsident Sport gegen Dr. Eva-Maria Schneider (früher Schürhoff) aus Bayern durch. Sie wurde dann nach heißen Diskussionen Vizepräsidentin für den Jugendbereich, nachdem  Herbert Fuchs aus dem Waldenfels-Team zweimal nicht die nötige Mehrheit erhalten hatte und so satzungsgemäß jemand aus der Versammlung gewählt werden musste. "Eva-Maria Schürhoff ist eine sehr gute Lösung. Und wir haben nun auch eine Frau im DTB-Präsidium", sagte Ulrich Bunkowitz, selbst früher Vizepräsident Jugend des DTB. Eva-Maria Schneider hat sich als Einzige gegen einen aus dem Altenburg-Team (Henner Steuber) durchgesetzt.

Von Waldenfels zu Böckers Wahl: "Ein guter Mann"

Zuständig im neuen Präsidium für Sport und Sportentwicklung ist Bernd Greiner, Präsident des Badischen Tennisverbandes, für Rechte und Vermarktung ist nun Stefan Felsing verantwortlich. Schatzmeister wurde Ralf-Eberhard Böcker, der auch Schatzmeister des TVN ist. "Ein guter Mann", zollte auch der scheidende Präsident von Waldenfels Böcker Anerkennung.

 

"Welche Aufgaben er künftig bekommt und behält, hängt zunächst mal von einer außerordentlichen Versammlung des DTB im Frühjahr ab, bei der es um neue Strukturen geht", sagte Ulrich Bunkowitz. In denen soll   Stephan Brune die Position als hauptamtlicher Geschäftsführer des DTB übernehmen.

 

Karl Altenburg und sein Team stehen für eine deutliche Modernisierung des DTB nach dem konservativen Georg von Waldenfels. Der Top-Manager will Tennis "wieder cool" machen - attraktiv für die Jugend und interessant für Partner und Sponsoren.

 

O. E. Schütz - www.tvn-tennis.de

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