Di

28

Jun

2011

Game, Set & Schmiddi

Auch Auf'm Platz Kolumnist Christian "Schmiddi" Schmitke freut sich bereits auf die Stadtmeisterschaften. Da es für die Erwachsenen allerdings erst am Wochenende los geht und erst am Samtag die nächste Partie gegen Moyland ansteht, bleibt Zeit, um auf das letzte Medenspiel gegen den TC Rheinstadion und die Verbandsmeisterschaften zurückzublicken.

Schlechte Plätze in Rheinstadion

Am letzten Wochenende wurden die TVN-Meisterschaften in Lintorf ausgetragen, womit alle Verbandsligisten spielfrei hatten. Da lohnt es sich doch noch mal auf unseren letzten Spieltag zurückzuschauen, der einiges an Spannung bot.

 

Gegner war der TC Rheinstadion. Wie ihr euch vielleicht erinnert, war der Samstag vom schlechten bzw. sehr wechselhaften Wetter mit vielen kräftigen Gewittern geprägt. Und genau so eines ging direkt bei Ankunft auf der Anlage über uns hinweg. Trotzdem konnten wir relativ pünktlich auf die Plätze gehen und beginnen. Wenn ich mich an unser letztes Match in Rheinstadion erinnere, dann gibt es (außer unserem Sieg) zwei markante Dinge an diesem Verein. Zum Einen der gewöhnungsbedürftige Flugzeuglärm (man hat das Gefühl direkt auf der Startbahn zu stehen) und zum Anderen die schlechten Plätze. Wenn man im letzten Jahr immer mal wieder den Kopf wegen der zahlreichen Löcher schütteln musste, so war man in diesem Jahr eher darauf bedacht zu überleben. Das hört sich übertrieben an, war es aber nicht. Ich kann nach meinem Match getrost behaupten, dass ich noch nie auf einem schlechteren Platz gespielt habe.

Alban Meuffels überrascht das Team

Unsere erste Runde bestritten Niels, Rudi und Müllerö. Wer sich jetzt wundert, warum Niels an Position zwei spielt, dem sei gesagt, dass er damit an diesem Tag nicht alleine stand. Bis um 12 Uhr war eigentlich noch fest eingeplant, dass Tim zu seinem ersten Einzeleinsatz kommt, da Alban am Samstag bei einem Future-Turnier antreten musste. Zwei Stunden vor dem Spiel erhielt ich dann den Anruf von einem verdutzen Julian, der übrigens erneut verletzungsbedingt ausfiel. Er hätte soeben mit Alban gesprochen und da er schon fertig mit seinem Match sei, könnte er noch vorbeikommen. Er wäre quasi auf dem Weg und wartet nur auf das OK. Darauf folgten weitere Telefonate mit Carsten und Julian, der dann Albans Einsatz bestätigte. Leider hatte ich durch die ganze Telefoniererei das Nudelessen verpasst und musste Tim und Tristan erklären, dass sie wohl heute doch zu keinem Einsatz kommen würden. Dass die Freude über einen verpassten Einsatz nicht groß war, muss ich wohl nicht erwähnen. Allerdings wäre ich auch enttäuscht gewesen, wenn es den beiden gleichgültig gewesen wäre. Denn wer heiß auf Tennis ist, der will auch spielen.

Müllerö überragt als einziger

Die erste Runde startete also auf drei Plätzen gegen eine voll besetzte Mannschaft aus Düsseldorf, die bislang allerdings noch kein Match gewonnen hatte. Trotzdem wusste jeder, dass es schwer werden würde, da es vom Papier die stärkste Truppe war. Dass die Jungs auch was auf dem Platz können, wussten wir dann schnell, denn Niels erwischte seinen ersten schlechten Tag und verlor glatt gegen einen stark aufschlagenden Michael Lux. Er kam nie ins Spiel und kam auf dem schweren Platz einfach nicht zurecht. Übrigens wurde zwischenzeitlich darüber diskutiert den Center Court zu verlassen, weil mittlerweile schon ganze Platten aus dem Sand heraussprangen und nach jedem Ballwechsel eine Platzpflege von Nöten war. Rudi konnte zeitgleich auch im dritten Spiel in Folge nicht an seine gewohnte Medenspielform anknüpfen und tat sich gegen seinen Gegner sehr schwer. Nach verlorenem ersten Satz gesellte ich mich zu ihm auf die Bank, um ihn aus seiner negativen Stimmung zu holen. Mit längeren Pausen und ein wenig mehr Ruhe wurde es dann auch besser. Er holte sich das Break zurück und hatte bei 4:4 im zweiten erneut einen Breakball. Dies war dann aber auch zugleich der Knackpunkt des Matches. Er spielte eine Stop-Lob Kombination, auf die sein Gegner nur mit einem Notüberkopfschlag antworten konnte, der im Bogen auf der Netzkante landete und für Rudi unerreichbar blieb. Nach diesem unglücklichen Ball war Rudis Frustration leider so weit angestiegen, dass er auch den zweiten Satz mit 7:5 verlor. Entscheidend war dementsprechend Müllerchens Partie. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern der ersten Runde konnte er seine beste Saisonleistung abrufen. Trotz erneuter Knieprobleme dominierte er seinen Gegner und konnte mit fehlerfreiem Spiel und hart umkämpften Bällen seinen Gegner niederringen. Dabei sah es im zweiten Satz beim Stande von 2:5 gar nicht so gut aus. Nach fünf Spielen in Folge hieß es aber am Ende doch 7:5 und somit 1:2 nach der ersten Runde.

Ausgleich nach der zweiten Runde

In der zweiten Runde dufte nun Alban gegen seinen Kontrahenten aus Honduras antreten. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir noch eine kurze Gewitterunterbrechung hatten? Und hatte ich erwähnt, dass ich mich kurz vorher dick mit Sonnencreme eingerieben hatte? Vielleicht kann man sich vorstellen, was meine Mannschaftskollegen für einen Spaß an diesem Umstand hatten. Ha, Ha! Zu Albans Spiel kann ich leider mal wieder nicht viel sagen, wer ihm aber schon beim Heimspiel zusehen durfte, der kann sich vorstellen, mit welcher Souveränität er auch diesmal seinen Gegner einkassierte. Diese gewohnte Souveränität konnte ich bei Mos im ersten Satz leider nicht erkennen. Auch wenn er sich sehr wohl fühlte, konnte er den ersten Satz gegen seinen bislang sehr erfolglos spielenden Gegenüber nicht gewinnen. Aber Mos wäre diese Saison nicht Mos, wenn er nicht auch dieses Spiel drehen würde und wie schon mit einer Selbstverständlichkeit den Match-Tiebreak gewann.

Nach meinem letzten, völlig verkorksten Spiel gegen Wuppertal hatte ich mir viel vorgenommen. Nach zwei sehr guten Spielen beim Turnier in Dümpten war mein Selbstbewusstsein wieder gestärkt und somit ging ich sehr zuversichtlich in die Partie. Trotzdem hatte ich große Probleme gegen meinen sehr aggressiv spielen Gegner. Er umlief alle meine sonst so effektiven Spinnaufschläge und brachte mich mehr und mehr unter Druck. Den ersten Satz verlor ich folglich mit zwei Breaks 3:6. Um nicht im zweiten Satz das gleiche Schicksal zu erleiden begann ich längere Ballwechsel über die Mitte des Platzes zu gehen und meinen Aufschlag variabler zu gestalten. Glücklicherweise kam mir mein Gegner mit einigen leichten Fehlern entgegen und es hieß nach relativ kurzer Zeit 6:1. Eigentlich konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht erklären, warum der Satz so glatt an mich ging. Recht war es mir aber trotzdem. Vor dem Match-Tiebreak beschwor ich mich nochmals zur Aggressivität, da ja bekanntlich der mutigere Spieler den Tiebreak gewinnt. Mein Gegner hatte ähnliche Vorsätze und überrollte mich seinerseits mit unerwarteten Netzangriffen und Winnern. Nach 0:3 konnte ich noch zum 5:5 ausgleichen, worauf ich bei einem Netzangriff unglücklich passiert wurde. Der Schlag kratze noch so eben die Aussenlinie und läutete meine Niederlage ein. So stand es wie beim Spiel gegen Wuppertal nach den Einzeln 3:3.

Knappe Siege sind die schönsten

Bei der Doppelaufstellung tat sich Carsten dieses Mal aber wesentlich leichter. Durch Alban hatten wir mehrere Optionen und wir entschieden uns für eine 7er Kombination mit Rudi und Mos im ersten, Alban und Müllerö im zweiten und Niels und ich im dritten Doppel. Auch wenn unser erstes Doppel gegen Rheinstadions Nummer eins und zwei keine wirkliche Chance hatten, wussten wir doch, die richtige Aufstellung gewählt zu haben. Alban und Müllerö gewannen dabei nie gefährdet in zwei Sätzen. Die Entscheidung musste also unser Doppel bringen. Der erste Satz ging mit 6:4 an uns. Da unsere Spiele enger waren als in den anderen Partien, waren wir ab der Mitte des zweiten Satzes das einzig verbleibende Spiel. Und auch die Spiele wurden enger. Nicht nur, dass wir zwischenzeitlich mit einem Break zurücklagen, sondern auch beim Stand von 5:4 den Sack einfach nicht zubekamen. Bei meinem Aufschlag hieß es 15:40. Mit zwei guten Volleys kamen wir aber wieder zurück und holten uns den ersten Matchball. Leider brauchten wir noch drei weitere, um endlich zu gewinnen und die Nerven der Zuschauer zu entlasten. Dabei muss erwähnt werden, dass wir bei einem Auswärtsspiel mehr Zuschauer hatten als unser Gegner! Ich muss sagen, dass ich trotz der erneut unbefriedigenden Einzelleistung den ganzen Abend super Laune hatte und den 5:4-Sieg noch ausgiebig im Club gefeiert habe. Denn die knappsten Siege sind immer noch die schönsten.

Verbandsmeisterschaften als Motivationsschub

Um aber in den letzten beiden Mannschaftsspielen noch punkten zu könnenn wollte ich auf jeden Fall noch ein bisschen Matchpraxis sammeln, weshalb mir die TVN-Meisterschaften super gelegen kamen. Die Auslosung versprach auch gleich ein gutes Spiel. Genau wie Mos durfte ich gegen einen der beiden Nachwuchsstars unseres Verbandes antreten. Gegen meinen Gegner hatte Mos zuvor im Winter noch knapp in drei Sätzen gewinnen können, wodurch ich aber wusste wie schwer es werden würde. Dazu war er noch Linkshänder, was meinem Spiel nicht unbedingt zu gute kommt. Der Vorteil war aber ganz klar, dass ich überhaupt keinen Druck hatte und nur aus Freude am Spielen auf dem Platz stand. Bei den Medenspielen geht man ja davon aus, dass an fünf sowieso gepunktet wird und somit nie ein befreites Aufspielen möglich ist.

So machte es mir auch die Gefahr völlig vermöbelt zu werden wenig aus. Ich machte mir schon Gedanken, wie ich überhaupt ein Spiel gewinnen könnte. Aber dann kam ich doch ganz gut ins Match und konnte seine starke Topspinvorhand mit unglaublich viel Zug doch weitestgehend aus dem Spiel nehmen. Nun wurden auch die Ballwechsel länger und ich konzentrierte mich auf seine Rückhand, um dann den Raum auf seiner Vorhand zu nutzen. Nach meinem besten Spiel in diesem Jahr hieß es dann am Ende 3:6, 6:1, 6:2. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Selbstbewusstsein solch eine Partie verleiht. Seitdem freue ich mich bereits auf die nächste Aufgabe am Samstag gegen Moyland, die bestimmt nicht viel einfacher, aber unbeschwerter zu bestreiten wird.

 

Der weitere Verlauf der Verbandsmeisterschaften verlief übrigens recht unrühmlich. Am Dienstag bekam ich den Spieltermin „Donnerstag 18 Uhr“ mit der Aufforderung diesen nochmals am Mittwoch zu kontrollieren. Dies tat ich auch gegen 13 Uhr und freute mich am nächsten Tag gegen Mario Lesic die zweite Runde bestreiten zu dürfen. Mit Schrecken stellte ich aber dann am Donnerstag Morgen fest, dass mir via E-Mail am Mittwoch um 22 Uhr eine Terminverschiebung geschickt wurde, nach welcher ich schon auf dem Platz sein sollte. Dass ich darüber extrem sauer war, muss ich wohl nicht erwähnen, so dass ich zum weiteren Verlauf der Geschichte lieber nichts mehr sage. Da ich aber trotzdem wieder viel Bock aufs Zocken habe, freue ich mich umso mehr, dass in einer Woche die Stadtmeisterschaften beginnen, die mit absoluter Sicherheit besser organisiert werden.

 

Viele Grüße

 

Euer Schmiddi

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