Mo

06

Jun

2011

Game, Set & Schmiddi

Für Auf'm Platz Kolumnist Christian Schmitke verlief das Wochenende alles andere als nach Maß. Er verlor mit den Herren des TC Waldhof nicht nur das Spiel gegen Gold-Weiß Wuppertal, sondern auch sein Einzel. Zudem müssen drei Niederlagen im Doppel verarbeitet werden. In Game, Set & Schmiddi schildert der Waldhöfer die am Ende doch frustrierenden Ereignisse vom Samstag.

Traum geplatzt

Selbst am Tag danach bleibt die Frustration und die Gedanken kehren immer wieder zum gestrigen Spieltag zurück. Ich glaube es wird noch ein paar Tage dauern, bis die vorentscheidende Niederlage aus dem Kopf ist und der Blick wieder nach vorne gerichtet wird. Auch wenn sich das vielleicht für den ein oder anderen hoch gestochen anhört. Das Ziel, für das wir die letzten Monate sehr hart gearbeitet haben, wurde nicht erreicht. Die letzten Spiele der Saison werden zwar noch von der Hoffnung begleitet, dass Wuppertal noch mal patzt und wir nach Matchpunkten noch vorbeiziehen, doch dies ist wohl eher ein Hoffungsschimmer, als eine berechtigte Annahme. Aber sei es drum, wir waren an diesem Wochenende einfach die schlechtere Mannschaft.

Auftakt verlief nach Plan

Christian Müller Christian Müller

Und dabei begann eigentlich alles nach Plan. Die erste Runde mit Mos, Julian und Müllerö weckte doch schnell die Hoffnungen auf den Gesamtsieg. Unsere beiden „Invaliden“ an vier und sechs machten ihre Sache wirklich gut und konnten jeweils den ersten Satz relativ souverän für sich entscheiden. Mit einem bunten Geflecht aus Kinesion-Tape am Körper war sogar Müllerö wieder recht beweglich und wirkte wesentlich präsenter und aggressiver auf dem Platz als am letzten Spieltag. Im gesamten Match geriet er nie in Rückstand und fuhr somit den ersten Punkt ein. Im Nachhinein muss ich Respekt an Carsten zollen, der sich trotz Müllerös körperlichen Beschwerden sicher war, dass er durch seine Routine das Spiel gewinnen würde.

Schulte ohne Glück / Merkel nervenstark

Von dieser Routine bzw. Matchpraxis konnte Julian in seinem zweiten Match dieses Jahr leider noch nicht zehren. Obwohl er im ersten Satz viel entspannter als beim letzten Mal wirkte, merkte man ihm die Nervosität zum Ende des Spiels deutlich an. Die Bälle wurden kürzer und er konnte die Aggressivität aus dem ersten Satz nicht halten. Somit „lullte“ ihn sein sehr sicher spielender Gegner immer mehr ein und zwang ihn in den Match-Tiebreak. Hier gab es bis zum Spielstand von 5:5 leichte Fehler auf beiden Seiten. Danach ereilt Julian das Pech. Zwei Netzroller und ein Rückhand-Slice vom Gegner, der nicht mehr vom Boden hochkam, brachten ihn uneinholbar in den Rückstand und führten letztendlich zur Niederlage. Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich noch relativ entspannt, da Mos mittlerweile von Carsten gut auf das Match eingestellt war und nach verlorenen ersten Satz, den Ausgleich schaffte. Der Match-Tiebreak war erneut souverän. Wie im zweiten Satz wartete er geduldig auf seine Chance und brachte mit aggressivem Spiel die Ballwechsel zu Ende. Kurios wurde es aber noch mal beim Stand von 9:8 bei Mos Aufschlag. Er dominierte den Ballwechsel griff mit einem Vorhand Cross an und verwandelt den anschließenden Volley unter dem Jubel der Zuschauer souverän. Freuen konnte er sich allerdings noch nicht, denn im Gegensatz zu den meisten Zuschauern realisierte er, wie auch sein Gegner, dass der Ball vor dem letzten Schlag geplatzt war. Somit hieß es Wiederholung! Ich weiß nicht, ob ich bei dem Druck auch so cool reagiert hätte, aber Mos verwandelte auch den nächsten Ball zum Match-Gewinn. Damit hieß es 2:1 für uns!

Möller verliert erneut - 2:2

Die zweite Runde verlief dann leider nicht ganz so spektakulär. Nach seiner unerwarteten Niederlage am vergangenen Wochenende war Rudi bereits die gesamte Woche nicht so zufrieden mit sich. Und das sollte sich heute auch nicht ändern. Dass er nicht als Favorit gegen seinen niederländischen Kontrahenten ins Match ging, war schon im Vorfeld klar. Aber dass das Spiel doch so deutlich verloren geht, hätte ich nicht gedacht. Eigentlich hatte ich ihm zugetraut, dass er wie im ersten Spiel mit einer blendenden Leistung seinem Gegner das Leben schwer macht. Leider hieß es relativ schnell 1:6 3:6.

De Moree souverän / Schmiddi verpasst den Abschluss

Niels de Moree Niels de Moree

Niels konnte hingegen seine gute Form aus den ersten Partien bestätigen und bezwang seinen gleichwertigen Gegner mit 6:4 6:4. Die Kuriosität an dieser Begegnung war übrigens, dass Niels und sein Gegner in Holland im selben Club spielen und sich somit ganz gut kannten. Umso schöner für uns, dass er die Nase in diesem Duell vorne hatte. Für mein eigenes Spiel hatte ich mir diese Woche viel vorgenommen. Nach der durchwachsenen Leistung in der ersten und dem abgebrochenen Spiel in der zweiten Partie wollte ich gegen Wuppertal einen Sieg im Einzel beisteuern. Wir hatten vor vier Jahren schon mal eine ähnliche Situation. Es war das Endspiel gegen Wuppertal um den Aufstieg in die 1. VL. Ich spielte auch auf Platz zwei und verlor nach einer 6:2 5:3 Führung inklusive Matchball. Am Ende hieß es damals 3:6 und das sollte in diesem Jahr anders werden. Schon kurz nach Beginn der Partie musste ich feststellen, dass mein Gegner genau den gleichen Spielaufbau betreibt wie ich selbst. Auch wenn es nicht leicht war sich gegen seine starken Spinnschläge zu behaupten, fand ich eigentlich ganz gut ins Match. Nur das Beenden eines Ballwechsels viel mir schwer. Auch wenn ich den Ballwechsel gut vorbereitete, ich verpasste fast immer den Abschluss. Egal ob mit Rückhand oder Vorhand, ich schaffte es einfach nicht den Ball zu töten. Besonders auf der Gegenwindseite wurde es schwerer und schwerer aggressiv zu spielen und die Ballwechsel zu beherrschen. So kassierte ich das erste Break und konnte es im ersten Satz nicht wieder ausgleichen. Bei allen Breakbällen, von denen ich im Verlauf des Matches genug hatte, konnte mein Gegner entweder mit einem Ass oder einem Aufschlagwinner punkten. Alles in allem hatte ich einfach einen extrem schlechten Tag und einen dafür viel zu guten Gegner erwischt. Selbst die intensive Betreuung von Carsten auf der Bank konnte mich an diesem Tag nicht retten. Er tat mir schon leid, dass ich nichts umsetzten konnte und absolut beratungsresistent war. Ich hoffe, er wagt es in Zukunft noch mal mich zu betreuen. Verloren habe ich übrigens mit 4:6 2:6, wodurch es nach den Einzel 3:3 stand.

Wuppertal zu stark in den Doppeln

Somit war die Doppelaufstellung die nächste Herausforderung. Zwar hatten wir nicht so viele Varianten zu diskutieren, doch selbst aus den wenigen resultierte viel Gesprächsbedarf. Meine Beteiligung an den Diskussionen fiel allerdings sehr spärlich aus. Ich war mental immer noch in meinem Einzel und alles andere als gut gelaunt. Letztendlich entschieden wir uns dafür, alle Doppel konkurrenzfähig aufzustellen.

Mannschaftsbesprechung Mannschaftsbesprechung

Niels und Julian im ersten, Mos und Rudi im zweiten und Müllerö und ich im dritten Doppel. Wir wussten leider, dass Wuppertal sehr starke Doppel hat und rechneten uns Siege tendenziell eher im zweiten und dritten Doppel aus. Ich sollte übrigens im dritten Doppel spielen, da in der Regel auf ein schlechtes Einzel ein super Doppel folgt. Eine Weisheit, an die ich (und speziell auch Carsten) bislang auch immer geglaubt habe, und zu dessen Rettung ich jetzt nur sagen kann: Ausnahmen bestätigen die Regel. Trotzdem konnten wir fast, nach katastrophalem Beginn, der auch noch mit viel Pech versehen war, das schnelle 1:5 noch ausgleichen. Beim Stand von 4:5 hatten wir zwei Breakbälle, die aber erneut von zwei Aufschlagwinnern meines Gegners vereitelt wurden. Am Ende heiß es 4:6 3:6, wodurch die Niederlage perfekt war. Das erste Doppel konnte sich zwar nach verlorenem ersten Satz in den Match-Tiebreak retten, doch dieser ging klar verloren. Da zu diesem Zeitpunkt bereits der Siegestraum geplatzt war konnten sich Rudi und Mos auch nicht mehr voll motivieren und verloren genau wie Niels und Julian im Match-Tiebreak.

 

Somit hieß es genau wie vor vier Jahren 3:6. Positiv nach der letzten Niederlage war nur, dass wir im Folgejahr direkt aufgestiegen und den Wuppertalern in die höhere Liga gefolgt sind. Sollte sich dies also auch wiederholen, so hat der verkorkste Samstag ja doch noch was Positives.

 

Bis bald

 

Euer Schmiddi

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading