Do

02

Jun

2011

Game, Set & Schmiddi

Für die Herren des TC Waldhof läuft es rund. Zwei Spiele, zwei Siege - so lautet die bisher optimale Bilanz der Jungs vom Quellenbusch. Am Samstag geht es gegen Gold-Weiß Wuppertal. Es trifft der Erste auf den Zweiten. Zuvor aber blickt Christian Schmitke in seiner Kolummne Game, Set & Schmiddi auf das Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Raffelberg zurück.

8 gegen Rudi!

Sorry Rudi, aber die Überschrift bot sich doch einfach an, oder? Und sind wir mal ehrlich, dieses Ereignis war noch nie da und wird wohl auch nie wieder vorkommen. Ich bin mir gerade noch nicht einmal sicher, ob du überhaupt schon ein Einzel für Waldhof im Sommer verloren hast.

Im Grunde genommen könnte ich eigentlich den Bericht vom letzten Spieltag zu 80% übernehmen. Erneut ging ich mit begrenzten Erwartungen in die Partie gegen den Aufsteiger Raffelberg. Nach dem Müllerchen noch vor dem Spiel bei unserer zweiten Mannschaft anfragte, ob sie zu siebt seien und jemand mit uns mitfahren könnte, war ich doch nervös, was seine Verfassung anging. Und auch Julian sollte sein erstes Match nach langer Verletzung spielen. Beim ersten Check der Mannschaften vor der Saison hatten wir Raffelberg eigentlich als einen der schwächsten Gegner bewertet, mussten dies aber nach dem ersten Spieltag schnell revidieren. Dort gewannen sie nämlich unerwartet mit 6:3 gegen Rheinstadion, die wir zu den potentiellen Aufsteigern zählten. Und dabei gingen alle drei Doppel an die Mülheimer. Letztendlich fehlte uns auch noch Alban, der momentan unter einer Wadenzerrung leidet.

Beim Eintreffen auf der Anlage wurde schnell klar, dass Raffelberg zwar Respekt vor unserer Truppe hatte, aber doch einiges an Selbstbewusstsein getankt hatte. So ließ sich einer unserer Gegner zu der Bemerkung hinreißen, dass es für uns sehr schwer sein würde gegen sie mehr als ein Doppel zu gewinnen. Ich muss sagen, im Nachhinein muss ich über diese Aussage schon ein wenig schmunzeln…

 

Bemerkt werden muss aber noch, dass auch unsere Gegner einige Personalsorgen hatten. Nicht nur, dass der an Position zwei spielende Kevin Schimmel in Holland im Einsatz war, auch die Nummer fünf fiel verletzungsbedingt aus.

Der neunte Matchball findet sein Ziel

Julian Schulte Julian Schulte

Die erste Runde wurde durch Mos, Julian und Müllerö bestritten. Und der Start stellte sich sehr positiv dar. Julian fand, trotz extremer Nervosität, gut ins Spiel und auch Müllerö dominierte seinen Gegner. Nur Mos hatte mit dem sehr stark aufspielenden Julian Killewald Probleme und verlor den ersten Satz, nachdem er ein Break kassierte. Da wir im Vorfeld gehofft hatten aus der ersten Runde mit einer 2:1-Führung heraus gehen zu können lagen wir also noch im Plan. Nervös wurde ich erst als die Spiele zu kippen drohten. Müllerchen fiel das Laufen immer schwerer, er machte unnötige Fehler und lag nach kurzer Zeit schon 0:3 im Zweiten hinten. Auch bei Julian wurde es immer enger und er rief nach Unterstützung auf der Bank. So begann für mich ein wildes hin und her Gerenne zwischen den Plätzen, was meine innere Unruhe stark steigerte. Auch wenn Müllerö sich wieder berappelte und den zweiten Satz zu drei gewann, machte Julian mir Sorgen. Dennoch hatte er bei 5:4 und Rückschlag die ersten beiden Matchbälle. Genau wie später beim Stand von 6:5 konnte er keinen nutzen. Und das lag nicht unbedingt an ihm, sondern am Spiel seines Gegners, der zu dieser Zeit seine beste Phase hatte. So ging es nach bereits vier vergebenen Matchbällen in den Tiebreak, den Julian gut begann. Und erneut gab es Matchbälle beim Stand von 6:4! Und erneut scheiterte er. Der neunte Matchball sollte es dann aber sein und so konnte ich letztendlich einen total zittrigen und völlig platten Julian beglückwünschen.

 

Durch das Pendeln zwischen Platz zwei und drei bekam ich leider nicht viel von Mos Spiel mit. Ich musste nur stutzen als ich hörte, dass er im Match-Tiebreak sei und somit wohl den zweiten Satz gewonnen hatte. Ich muss zugeben, bei seinem Gegner hätte ich dies nicht unbedingt vermutet. Die letzten Bälle zum Sieg konnte ich aber noch bewundern. Es war mal wieder Tennis auf höchstem Niveau und brachte uns den Zwischenstand von 3:0 ein.

5:1 nach der zweiten Runde

Von der zweiten Runde habe ich natürlich nicht so viel mitbekommen, da ich selbst auf den Platz musste. Im Gegensatz zum letzten Spiel fühlte ich mich auch wesentlich besser und konnte das Spiel von den ersten Punkten an dominieren. Es hat echt Laune gemacht und nach ein paar Minuten stand es bereits 2:0 und Breakbälle für mich. Beim Ballwechsel zum Spielgewinn trieb ich meinen Gegner weit nach außen auf die Rückhandseite. Er kam nah an den Zaun und vertrat sich so unglücklich, dass die bereits bandagierte Wade einen weiteren Schlag mitbekam. Er versucht noch weiterzuspielen, musste aber beim Stand von 4:1 aufgeben. Ich war selten so frustriert nach einem Sieg. Ich hatte so Bock zu spielen und dann so was. Aber meinem Gegner kann ich wohl keinen Vorwurf machen.

Jan-Rudolf Möller Jan-Rudolf Möller

Etwas anders erging es Rudi, der überhaupt nicht richtig auf dem Platz stand und sich nur über die provokant langsame Art seines Gegners beschwerte. Da es aber zu diesem Zeitpunkt schon 5:0 stand war dies nicht mehr so schlimm. Und ich bin mir fast sicher, dass bei einem engeren Spielstand Rudi das Match gewonnen hätte. Niels machte seine Sache glücklicherweise etwas besser und gewann gegen seinen starken Gegner beeindruckend in zwei Sätzen. Nach dem Spiel vermerkte er, dass er sich überhaupt nichts ausgerechnet hat und, dass dies sein bestes Spiel der gesamten Saison war. Und bei den letzten Ballwechseln, die ich noch sehen konnte kann ich diesen Eindruck nur bestätigen. Seine Vorhand schlug einfach regelmäßig bei seinem Gegner ein und stellte ihn oftmals vor unlösbare Aufgaben. Die Zuschauer konnten also gutes Tennis bewundern. Dabei muss ich noch ein großes Lob loswerden. Es war fantastisch, wie viele Leute nach Mülheim mitgereist waren und wie großartig die Stimmung war.

Großartiger und unerwarteter 8:1-Triumph

Unterstützung in Raffelberg Unterstützung in Raffelberg

Im Doppel tröstete sich Rudi übrigens mit einer wahnsinnigen Leistung selbst über die Einzelniederlage hinweg. Nachdem ich die Aufstellung gesehen hatte, war mir eigentlich klar, dass wir im ersten Doppel keine Chance hatten. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Mos und Rudi schwärmten wohl zu Recht noch einige Tage später von diesem Zweisatzsieg. Mein Doppel zusammen mit Niels war auch lustig, auch wenn es nicht ganz so eng war. Und auch Müllerö und Julian konnten sich im Invaliden-Doppel durchsetzen, sodass am Ende des Tages ein großartiger und erneut unerwarteter 8:1-Sieg verbucht werden konnte.

 

Jetzt geht es wohl am Samstag wirklich um die Wurst bzw. um die Aufstiegschance. Gegen Wuppertal wird es an allen Positionen eng und auch wenn ich bei den letzten Partien ein knappes Ergebnis vorhergesagt habe, so bin ich mir dieses Mal sicher, dass dies auch so eintreffen wird. Wer also Lust hat am Samstag einen heißen Kampf zu erleben, der ist herzlich willkommen um 14:00 Uhr am Quellenbusch vorbeizuschauen. Ansonsten einfach Daumendrücken, damit ich auch in der nächsten Woche von einem Sieg berichten kann.

 

Dann bis Samstag,

 

Euer Schmiddi  

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