Mi
25
Mai
2011
Game, Set & Schmiddi
Die Saison läuft und auch Auf'm Platz Kolumnist Christian Schmitke ist wieder im Einsatz. Mit dem Bezirksmeistertitel in Essen begann die Saison für ihn nach Maß und auch der Auftakt in der ersten Verbandsliga mit den Herren des TC Waldhof war ein voller Erfolg. Gegen Lintorf gab es einen ungefährdeten 9:0-Sieg. Aber lesen Sie selbst.
Dr. Albans erster Auftritt
9:0 Heimsieg!!! Und das zum Saisonstart. Was will man mehr! Prinzipiell ist ein so hoher Sieg immer ein Highlight, bedenkt man aber, dass wir noch vor einigen Tagen gar nicht wussten, wie wir unsere Dauerveletzten Julian und Müllerö kompensieren sollten, dann ist das noch beachtlicher.
Aber erstmal von vorne. Wie bereits bekannt ist, wurde unsere Aufstellung am ersten Spieltag mal wieder von unseren Verletzungssorgen beeinflusst. Julian hatte schon vor Tagen resigniert und seinen Einsatz ausgeschlossen. Auch dass Müllerö letztendlich auf dem Platz stehen würde, hatte ich selbst am Freitag vor dem Spiel noch nicht geglaubt. Da wir uns aber sicher waren, dass Lintorf schwer zu schlagen sein würde, entschieden wir uns Alban zu seinem ersten Spiel nach Bottrop einzuladen und somit mit zwei Holländern aufzuschlagen. Für alle, die es noch nicht wissen: Alban ist der beste Jugendspieler in Holland und steht auch in der holländischen Herrenrangliste unter den Top 40. Wir waren also gut gerüstet für das erste Spiel.
So einfach ist Match-Tiebreak
Letztendlich stand der gesamte Spieltag unter dem Motto: „Manchmal kommt es eben anders als man denkt.“ Hätte mir jemand gesagt, dass der Tag folgendermaßen abläuft, ich hätte es nicht geglaubt.
Wir hatten natürlich im Vorfeld schon einige Male über Alban geredet und gemutmaßt, was für ein Typ er sein würde bzw. wie gut er in dem Alter wirklich ist. In den meisten Fällen sind junge Spieler in dem Alter doch eher schüchtern oder aufgeregt, wenn sie in einem anderen Land für einen neuen Verein spielen. Nicht aber Alban. Nachdem wir uns alle vorgestellt hatten war ich sofort überrascht wie aufgeschlossen und redselig er ist. Als ob er schon immer zum Team gehört. So weit so gut, aber wie würde es wohl im Match aussehen? Ganz gut wie wir feststellen mussten! Er kannte übrigens seinen Gegner, denn er hatte schon zwei Mal gegen ihn gespielt und beide Male verloren. Was dann aber auf dem Platz passierte war phänomenal. Ich habe selten einen so jungen und so souveränen Spieler gesehen. Unglaublich beweglich, weiß auf jeden Ball eine Antwort und macht dabei keinen Fehler. So kam es dann auch, dass die zahlreichen Zuschauer in den Genuss des Match-Tiebreaks kamen. Das Beste daran war auf jeden Fall der Anfang. Alban machte den ersten Punkt und schlug die Bälle zu seinem Gegner rüber, damit er aufschlagen konnte. Dummerweise wusste dieser nicht, dass bei uns der dritte Satz nicht ausgespielt wird und spielte somit die Bälle verständnislos wieder zurück. Nach einer kurzen Erklärung der Regeln war er allerdings so verwirrt, dass er die nächsten vier Bälle ins Aus beförderte. Der Tiebreak ging somit glatt an unsere Nr.1.
Durchgekämpft und doch gewonnen
Interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, dass wir überhaupt nicht vermutet haben, dass Lintorf in voller Besetzung kommt, da unser „Spion“ Tristan dies nämlich so beim Training unserer Gegner aufgegriffen hatte. Wir hatten also gedacht, schon mal Infos zur Aufstellung vorweg erlangt zu haben. Deswegen stieg die Nervosität vor Beginn der Partie dann noch weiter, weswegen ich doch ein bisschen Sorge hatte. Unser Orakel Julian hatte übrigens mal wieder einen Tipp vor dem Spiel abgegeben: 6:3 sollte die Begegnung ausgehen. Und schon wieder lagen wir ganz falsch. Die nächste Fehleinschätzung betraf Rudis Partie. Er durfte gegen Marco Spitzlay auflaufen, den wir in der momentanen Verfassung eigentlich als zweitbesten Spieler der Mannschaft identifiziert hatten. Vielleicht war er es auch wirklich, aber nachdem Rudi mit ihm fertig war, sah es gar nicht danach aus. Rudi war so dominant, dass er nur drei Spiele abgab. Wiederum glatter hatte ich mein eigenes Spiel eingeschätzt. Seit den Bezirksmeisterschaften habe ich eigentlich viel Selbstbewusstsein auf dem Platz. Vor unserem Spiel hatte ich mich am Telefon gegenüber Carsten sogar zu der Aussage hinreißen lassen, dass ich im Moment gar nicht verlieren könne. Nach 4:6 im ersten Satz war von diesem Selbstbewusstsein allerdings schon nichts mehr zu spüren. Egal wie gut ich die Punkte auch vorbereitete, der Abschluss war einfach eine Katastrophe. Sätze zwei und drei waren einfach nur noch durch Kampf bestimmt. Und ich fasse immer noch nicht, dass ich beim ersten Medenspiel nicht meine Leistung abrufen konnte. Positiv bleibt nur, dass ich nach 4:7 im Match-Tiebreak sechs Punkte in Folge machen konnte und mein Gegner nach dem Spiel seinen Schläger komplett zerstörte.
Vorfreude auf Raffelberg
Verwunderlich war auch Müllerös Spiel. Seinem Einsatz stand ich zuvor sehr skeptisch gegenüber. Kaum Training, kein ernstes Match bestritten und ein bandagiertes Knie, bei dem man nicht wissen konnte, ob es hielt. Trotzdem lief im Match alles wie geschmiert. Obwohl sein Gegner recht gut spielte ging das Spiel mit 6:4 und 6:0 doch sehr glatt an unseren Senior der Truppe. Die einzig unspektakulären Spiele bestritten Mos und Niels. Mos Gegner war einfach zu untrainiert (unsere Gegner hatten ihn diese Saison auch zum ersten Mal gesehen) und Niels war letztendlich so überlegen, dass es ein nie gefährdeter Zweisatz-Sieg wurde. Somit kam es zur größten Überraschung des Tages: Wir führten nach den Einzeln mit 6:0!!!
Da wirklich viele Zuschauer auf der Anlage waren und alle Lust auf noch mehr Tennis hatten, wollten wir natürlich unbedingt noch die Doppel spielen. Doch als ich nach den Einzeln zu unseren Gegnern ging war mir schon klar: Der Tag würde heute unerwartet schnell enden. Sie waren so frustriert, dass keiner mehr Doppel spielen wollte. Somit konnten wir früh auf unseren ersten Saisonsieg anstoßen.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich wieder schwer daneben liege, bin ich mir sicher, dass der nächste Spieltag ungemein enger wird. Wir spielen am 28.05 in Mülheim Raffelberg und haben es dort mit einem sehr motivierten Aufsteiger zu tun, der speziell an den oberen drei Positionen sehr stark besetzt ist. Und auch wenn ich hoffe, dass ich im nächsten Match besser drauf bin, könnte sich so ein Spieltag doch gerne noch mal wiederholen…
Bis zum nächsten Spieltag,
Euer Schmiddi










