Do

30

Dez

2010

Ein Leben für den Sport II

Auf der Anlage des TC Waldfriede erzählte Fred Bockholt aus seinem Leben. Heute ist er Scout bei Rot-Weiß Oberhausen. Neben dem Job, schlägt er für den TC Waldfriede in der Niederrheinliga auf. Über seine Leidenschaft zum runden Leder und zur gelben Filzkugel berichtet er im zweiten Teil des Interviews.

Fred Bockholt und Auf'm Platz Redakteur Max Lazar Foto: Archiv Fred Bockholt und Auf'm Platz Redakteur Max Lazar Foto: Archiv

Auf’m Platz: Sehen sie die Möglichkeit, eine Art Stadtauswahl zu etablieren, wo die Besten Jugendlichen zusammen auf dem Platz stehen?


Fred Bockholt: Die Möglichkeit wäre mit Sicherheit da, aber wohin dann mit den Jugendlichen? Auch hier würden wieder andere Vereine kommen und sich die Rosinen rauspicken. Außerdem kann ich aus meinen Erfahrungen berichten, dass die Jugendlichen zwar den Willen haben weit zu kommen, aber in den seltensten Fällen sind sie bereit dafür auch viel zu tun. Solange sich das nicht ändert wird es schwer. Die einzige Chance die ich sehe, wäre das Modell Hoffenheim. Wenn ein Investor in einen Verein Geld stecken würde. Wir wollen doch mal ehrlich sein. Wenn einem Jugendlichen die Chance geboten wird drei oder vier Ligen höher zu spielen, wird er sie nutzen. Es ist schwerer aufzusteigen als die Klasse hinterher zuhalten. Solange die Vereine nicht entsprechend hoch spielen, werden die Guten immer wieder weggekauft.

 

Auf’m Platz: Sie selbst haben die Fußballschuhe an den Nagel gehangen und sich dem weißen Sport gewidmet. Mit den Herren 60 des TC Waldfriede sind Sie in der abgelaufenen Medenspielsaison Dritter geworden. Wie sind Sie zum Tennis gekommen?

 

Fred Bockholt: Nachdem ich im Alter von 38 Jahren die Fußballschuhe in die Ecke gestellt habe, habe ich mich zu fit gefühlt, um gar keinen Sport mehr zu machen und einfach nur joggen zu gehen war mir zu langweilig. Tennis bietet mir da wesentlich mehr und es gibt auch gewisse Parallelen zum Fußball. Ich muss mich voll auf meinen Gegner einstellen, Fehler werden selten verziehen und auch hier gibt es immer wieder einzelne Aktionen, die das Spiel in die eine oder die andere Richtung verändern können. Außerdem bringt man als Fußballer ein gewisses Spielverständnis und Ballgefühl sowie die nötige Kondition mit. Der große Unterschied ist, dass ich für mich alleine verantwortlich bin. Ich befinde mich hier im Zweikampf mit meinem Gegner. Aber ich habe alles selbst in der Hand. Es ist also ähnlich wie das Torhüterleben. Wenn ich im Tor einen Fehler gemacht habe, konnte den auch keiner meiner Mitspieler ausbügeln.

Fred Bockholt und Doppelpartner Günter Vennemann Foto: Archiv Fred Bockholt und Doppelpartner Günter Vennemann Foto: Archiv

Auf’m Platz: Als Niederrheinligist sind Sie in einer der am höchstspielenden Bottroper Mannschaften. Was macht die Mannschaft beim TC Waldfriede aus?


Fred Bockholt: Sportlich betrachtet sind wir eine sehr ausgeglichene Truppe. Das ist es auch, was uns so stark macht. Was ich persönlich als viel wichtiger empfinde ist, dass wir uns menschlich alle so gut verstehen. Natürlich wollen wir wenn wir auf den Platz gehen gewinnen und ärgern uns auch wenn wir verlieren. Aber dann trinken wir nach dem Spiel ein oder zwei Bier und dann ist das auch schnell wieder vergessen und wir haben Spaß.

 

Auf’m Platz: Wenn Sie jetzt den Fußball mit dem Tennis vergleichen. Gibt es auch außerhalb des Platzes Parallelen?


Fred Bockholt: Beim Fußball ist zu erkennen, dass es ab der Verbandsliga richtig ernst wird. Da wird Geld bezahlt und dann wird auch erwartet, dass die Jungs zum Training kommen. Wenn ich mir das hier auf Bezirksliganiveau anschaue, wo teilweise gerade mal sechs Mann beim Training sind, wie will man da vernünftig was einstudieren? Sechs Mann wissen Bescheid und die anderen fünf gucken Sonntags zu und haben keine Ahnung. Beim Tennis ist das ähnlich. Ab der Verbandsliga wird es schwer ohne Ausländer zu bestehen. Zumindest in den offenen Klassen. Und auch die spielen nur für Geld. Hier sind also gewisse Gemeinsamkeiten zu erkennen.

 

Auf’m Platz: Wollen wir abschließend die Stadtgrenzen noch einmal verlassen. Aktuell sind Sie für den Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen als Scout aktiv. Ein Beruf, der Sie durch ganz Deutschland fahren lässt. Ein Traumberuf?


Fred Bockholt: Ich bin dem Fußball immer verbunden geblieben. Ob als Trainer, Torwarttrainer oder jetzt eben als Scout.  Zum Einen trifft man so immer wieder bekannte Gesichter wieder und es hält jung. Es ist etwas vollkommen anderes, ob ich ein Spiel vor dem Fernseher beobachte oder im Stadion. Und solange ich fit bin, werde ich dabei bleiben. Ein Leben ohne Sport ist für mich nicht vorstellbar.

 

In den kommenden Tagen wird Bockholt wieder in Hamburg, Berlin oder woanders in der Republik zu sehen sein. Vielleicht trifft man ihn aber auch in einem Café, wo er gerne mit Schalkes Co-Trainer Seppo Eichkorn einen Kaffee trinkt. In Bottrop jedenfalls wird er spätestens ab Mitte September aktiv sein. Dann wird er mit Partner Günter Vennemann versuchen, seine Mannschaftskameraden Peter Schwabe und Manni Brackhagen vom Doppelthron bei den Stadtmeisterschaften zu stürzen.

 

Wir von Auf’m Platz bedanken uns für das Gespräch und wünschen weiterhin alles Gute.

 

Das ganze Interview finden Sie ab sofort auch unter der Kategorie "Typen".

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Kommentare: 1

  • #1

    Günter Hommen (Freitag, 31 Dezember 2010 11:31)

    Ja der Fred ist schon ein Guter und hat das ja auch geschafft was er sich vorgenommen hat. Er hat mit Günter die Stadtmeisterschaft im Doppel gewonnen.

    Schade das beide nicht auch Einzel gespielt haben.

    Hoffentlich sehen wir alle Tennisspieler nächstes Jahr gesund wieder auf allen Plätzen in Bottrop.

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