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29

Dez

2010

Ein Leben für den Sport I

Eines der bekanntesten Gesichter des Bottroper Sports stand uns im Sommer Rede und Antwort. Bei einem Tennismatch der besonderen Art tauschte sich Auf'm Platz Redakteur Max Lazar mit dem ehemaligen Bundesligatorwart Fred Bockholt aus. Lesen Sie heute und morgen das ganze Interview bei uns.

Fred Bockholt Foto: Archiv Fred Bockholt Foto: Archiv

Strahlend blauer Himmel über der Anlage des TC Waldfriede. Ein Gespräch der besonderen Art steht an diesem Montag an. Mit dem ehemaligen Bundesligatorwart Fred Bockholt, der frisch aus dem Spanienurlaub zurück ist, habe ich mich verabredet, um ein paar Ballwechsel zu spielen. Dabei sprechen wir über seine aktive Fußballerkarriere, das Leben mit dem Fußball nach der aktiven Zeit und das Leben auf dem Tennisplatz. Fred Bockholt ist auch 27 Jahre nach seinem letzten Spiel für Bayer 04 Leverkusen dem Sport verbunden geblieben.

 

Vom heute 67 Jahre alten Bottroper trennen mich 47 Jahre – mehr als ein Fußballerleben. Für mich ist es eine ganz neue Erfahrung auf dem Tennisplatz. Bockholt spielt beim TC Waldfriede in der Niederrheinliga, ich weiß also was auf mich zukommt. Von Müdigkeit ist beim Spielerscout von Rot-Weiß Oberhausen nichts zu spüren. Er schickt mich von rechts nach links und immer wieder fällt der Spruch: „Ich muss den Jungen jagen.“ Es gelingt ihm! Schnell steht beiden der Schweiß auf der Stirn. Und ich muss eingestehen, es ist nicht angenehm gegen ihn zu spielen. Die gewohnten Top-Spinbälle hat er nicht in seinem Repertoire, dafür aber den gefürchteten Slice und harte, gerade Schläge, die mich immer wieder zwingen tief in die Knie zu gehen um den Ball zurückschlagen zu können. Nach der knapp 45-minütigen Trainingseinheit geben wir uns die Hand, schießen ein Foto und begeben uns auf die Terrasse zum Interview. Natürlich steht auch hier der Sport im Vordergrund.

 

Auf’m Platz: Fred Bockholt, Sie sind beim VfB Bottrop groß geworden, haben später für Rot-Weiß Essen, Kickers Offenbach und Bayer Leverkusen 220 Spiele in der ersten und 117 in zweiten Bundesliga gemacht. Ihre Schuhe haben sie 1983 an den Nagel gehangen. Wie hat sich der Fußball seitdem entwickelt?


Fred Bockholt: In erster Linie ist der Fußball schneller, intensiver und zweikampfstärker geworden. Er hat viel an Technik gewonnen und lässt den Mannschaften auf dem Feld viel weniger Freiräume, als es noch zu Zeiten von Günther Netzer oder Wolfgang Overath der Fall war. Man kann sagen, dass sich der Fußball taktisch komplett gewandelt hat.

Bockholt als Aktiver beim VfB Bottrop Foto: Archiv VfB Bottrop Bockholt als Aktiver beim VfB Bottrop Foto: Archiv VfB Bottrop

Auf’m Platz: Sie waren früher als Torwart aktiv. Lässt sich das Torwartspiel von früher mit dem heutigen vergleichen?


Fred Bockholt: Eigentlich kann man sagen, dass wir derzeit wieder einen Schritt zurück machen. Zu meiner aktiven Zeit war jeder Torwart auch im Feld einsetzbar. Als ich unter Erich Ribbeck gespielt habe, musste ich in der Vorbereitung auch im Feld vorspielen. Dann ging der Trend dahin, bei den Torleuten die Torwartfähigkeiten zu trainieren und das Spielerische außen vor zu lassen. Erst durch die Einführung der Rückpassregelung hat sich das Ganze wieder relativiert.

 

Auf’m Platz: Lassen Sie uns über den Bottroper Fußball sprechen. Verglichen mit früher sind die großen Zeiten vorbei. Vier Bezirksligisten sind alles, was wir in Bottrop zu bieten haben. Wo steht der Fußball in der Stadt?


Fred Bockholt: Es fällt schwer sich in dieser Angelegenheit zu äußern, ohne ins Negative zu fallen. Der Bottroper Fußball steckt in einem Sumpf, wo es schwer wird, sich aus diesem wieder zu befreien. Es gibt sicherlich Vereine mit guter Jugendarbeit, aber die Besten werden dann von den großen Vereinen aus den Nachbarstädten weggeholt und so kann sich in Bottrop nicht viel entwickeln.

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