Di

23

Nov

2010

Zuschüsse in der Warteschleife

15.000 Euro aus städtischen Mitteln sollen an die Tennisvereine ausgeschüttet werden. So sah es der Plan des Bottroper Sportbundes vor. Mit dem Geld sollen die Vereine jährlich für die Aufwendungen für die vereinseigenen Anlagen entlastet werden. Im Betriebsausschuss des Bottroper Sport- und Bäderbetrieb fand der Antrag jedoch keine Mehrheit. Auf'm Platz hat für Sie recherchiert.

Zunächst einmal zur Sachlage. Alle Bottroper Sportvereine, die keine eigenen Anlagen besitzen, müssen für die Benutzung städtischer Anlagen (Sportplätze, Sporthallen etc.) ein Entgeld zwischen 0,70 - 3,30 Euro pro Stunde in Abhängigkeit von der Größe der Räumlichkeiten bezahlen. Dabei handelt es sich um einen obligatorischen Betrag, der keinesfalls die anfallenden Kosten deckt. So entstehen Einnahmen in Höhe von rund 75.000 Euro, die der Stadt zufließen. 25.000 Euro davon werden zur Deckung der Fixkosten genutzt, die restlichen 50.000 Euro stehen dem Betriebssausschuss zur freien Verfügung. Die Hälfte davon soll nun auf Antrag des Bottroper Sportbundes jährlich für Vereine mit eigenen Anlagen bereitgestellt werden.

 

Im Antrag heißt es:

 

"Insbesondere mit Hinweis auf die hohen Steigerungsraten bei den Energiekosten sind unterschiedliche Vereine mit vereinseigenen Anlagen auf den Bottroper Sportbund und den Bottroper Sport- und Bäderbetrieb zugegangen und haben auf das bestehende Ungleichgewicht hingewiesen."


Dies sei vor allem dadurch begründet, dass die Vereine neben der der oft ehrenamtlichen Arbeit im sportlichen Bereich auch die Betriebs- und Unterhaltungskosten zu stemmen hätten. Diese müssten durch die Vereine selbst erwirtschaftet und überwiegend durch Mitgliederbeiträge abgedeckt werden. So heißt es im weiteren Verlauf:

 

"Kostensteigerungen würden deshalb nach Ausschöpfung von Einsparpotentialen fast zwangsläufig zu Beitragserhöhungen führen."

 

Da die Gesamtzuschusshöhe plan- und begrenzbar sei, hält der Bottroper Sportbund die Idee für die Bezuschussung für sinnvoll und hat im Betriebsausschuss den entsprechenden Antrag gestellt. In der Bezuschussung sind neben den Tennisplätzen, denen mit oben genannten 15.000 Euro der Bärenanteil zu Gute käme auch Wassersportanlagen (Kanu- und Ruderverein), Reitsportanlagen, Golfplätze und Schießsportanlagen sowie der Fußballplatz des VfL Grafenwald mit inbegriffen. Dabei sei die Höhe des Zuschusses abhängig von der Größe der Anlage und ausdrücklich nicht für Clubhäuser, Jugendräume sowie Umkleide- und Duschräume gedacht.

 

Vorraussetzungen für einen Zuschuss sind die Mitgliedschaft im Bottroper Sportbund, Lage der Sportstätte im Bottroper Stadtgebiet, keine Fremdvermietung oder kommerzielle Nutzung der Sportstätte neben der Mitgliedernutzung, Vorliegen eines gültigen Körperschaftssteuer-Freistellungsbescheides und das Vorliegen eines entsprechenden Antrags an den Stadtsportbund auf Bezuschussung. Außerdem hat der Sportbund in seinem Antrag die genaue Kostenkalkulation beigelegt. Der Zuschuss beliefe sich pro Jahr für einen Sportplatz auf 1.500 Euro, pro Tennisplatz auf 175 Euro, Wassersportanlage, Reitsportanlage und Golfplatz je 1.000 Euro und 150 Euro für die Schießsportanlage.

 

"Das würde bei den Tennisvereinen gerade mal 20 Prozent der anstehenden Kosten für die Platzaufbereitung decken", sagte Fachschaftsleiter Klaus Bürger, der intensiv bei der Antragsstellung mitgewirkt hatte, bereits auf dem Stammtisch der Tennisvereine vor knapp zwei Wochen. Gerhard Kießlich, Leiter des Sport- und Bäderamtes, möchte mit der Bezuschussung die in seinen Augen benachteiligen Sportvereine ein Stück weiter fördern. "Die Vereine mit eigenen Anlagen müssen alles selbst erwirtschaften und sollen deshalb auch etwas Unterstützung bekommen", erläutert Kießlich.

 

Auf Zustimmung für ihren Antrag stießen Kießlich, Bürger und der Stadtsportbund bei der letzten Sitzung am 27. Oktober des Betriebsausschusses Bottroper Sport- und Bäderbetrieb jedoch nicht. Eine stabile Mehrheit für den Antrag kristallisierte sich trotz Bemühen und einer langen Debatte nicht heraus, sodass die Entscheidung vertagt werden musste.

Jürgen Koch (SPD) Jürgen Koch (SPD)

Unterstützung für den Antrag gab es von der SPD: "Wir sind ganz klar der Auffassung, dass es sinnvoll ist das Geld zu investieren, wollen die Sachlage aber noch einer genaueren Überprüfung unterziehen, um eine Aufstellung zu erhalten, welche Vereine in wieweit von den Zuschüssen betroffen sind", bezieht Jürgen Koch von der SPD Stellung. Weniger auskunftsfreudig zeigte sich dagegen Lore Jakobi von der CDU-Fraktion. "Ich kann und möchte zu diesem Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben. Wir haben noch Gesprächsbedarf und werden weiter debattieren und dann Stellung beziehen", sagte die Sprecherin der Christdemokraten.

 

Somit dürfte sich die nächste Sitzung des Betriebsausschuss Bottroper Sport- und Bäderbetrieb am 1. Dezember wieder mit dem Thema auseinandersetzen, sollte Gerhard Kießlich bis dahin einen überarbeiteten Antrag einreichen. Danach sieht es nach aktuellem Stand der Dinge jedoch nicht aus. Der Leiter des Sport- und Bäderamtes zieht eine Vertagung der Entscheidung auf den Januar vor. ml/hw

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