Do

07

Okt

2010

Game, Set & Schmiddi

Stadtmeister im Mixed, Vize-Stadtmeister bei den Herren und Halbfinalist im Herren-Doppel. Für Christian Schmitke verliefen die Stadtmeisterschaften zufriedenstellend. Heute offenbart er in Auf'm Platz seine Sicht der Dinge. Der für ihn überraschende Sieg im Mixed, dass abgesagte Halbfinale im Herren Doppel und natürlich die knappe Finalniederlage im Herren Einzel sind Thema in seiner Kolumne.

Eine Woche ist es nun her, seitdem das Finale der größten Bottroper Tennisveranstaltung gespielt wurde. Wie immer in den letzten Jahren war es erneut ein absolutes Highlight und man sollte allen Beteiligten ein großes Kompliment aussprechen, die dies ermöglicht haben. Für mich persönlich war es mit die schönste Stadtmeisterschaft, die ich bislang spielen durfte. Das lag nicht nur daran, dass ich einen Titel gewinnen konnte und im Finale der offenen Klasse stand, sondern vielmehr an der ganzen Atmosphäre und neuen Erfahrungen.

Damit ist natürlich in erster Linie meine Mixed-Premiere gemeint, die ich mit gemischten Gefühlen angegangen bin. Ich wusste, dass es als Mann immer ein Balanceakt ist und man sich viele Gedanken macht, was unfair gegenüber der anderen Frau sein könnte. Aus diesem Grund bin ich wohl auch sehr gehemmt in die ersten beiden Spiele gegangen und musste mich erstmal in den Wettbewerb einfinden. In unserer ersten Runde war das noch recht unproblematisch, da wir doch ziemlich überlegen waren. Im zweiten Spiel gegen Frank und Chantal sah das schon ganz anders aus. Auch wenn wir einen 0:3 Rückstand im ersten Satz wieder ausgleichen konnten und das Match in zwei Sätzen gewinnen konnten, so war des Spiel alles andere als ansehnlich. So waren sich alle Beteiligten auf dem Platz auch einig, dass alle Zuschauer sich großen Respekt für ihr Durchhaltevermögen verdient hatten. Die Bedingungen waren nämlich nicht unbedingt zuschauerfreundlich, da wir zu später Stunde bei frischen Temperaturen unter Flutlicht ran durften.  Zum Halbfinale gegen die Titelverteidiger Steffi und Müllerö kam es ja dann leider nicht, da mein Mannschaftskollege schon wieder flach lag. Auch wenn er später noch Stadtmeister im 30er Feld werden sollte, tat es mir wirklich unglaublich leid, dass er erneut einen Wettbewerb absagen musste. Nach verpassten Medenspielen  und den Rückzug bei den Holiday Open wurde er auch bei den Stadtmeisterschaften nicht verschont. Somit zogen wir kampflos ins Finale. Eigentlich war ich mir zu diesem Zeitpunkt recht sicher, dass ich dem Mixed nichts abgewinnen kann und es durchaus mein letzter Auftritt in diesem Wettbewerb sein könnte. Doch manchmal kommt es halt anders als man denkt. Das Finale gegen Mareike und Tobi war super. Es war nicht nur spielerisch klasse, sondern auch vom Spaßfaktor ganz weit vorne mit dabei. Lange und spektakuläre Ballwechsel beherrschten das Geschehen und eine Überlegenheit auf einer der Seiten wollte sich nicht herauskristallisieren. So musste nach zwei umkämpften Sätzen der Match-Tiebreak entscheiden. Wiebke war übrigens unglaublich nervös! Als wir zum ersten Punkt im Tiebreak von der Bank aufstanden zitterte sie schon am ganzen Körper vor Spannung. Das legte sich auch erst nach ein paar Ballwechseln. Eigentlich hatten wir schon eine gute Führung herausgespielt, die wir uns dann doch noch wegnehmen ließen und beim Stand von 8:9 den ersten Matchball gegen uns hatten. Glücklicherweise hatte ich Aufschlag und Mareike musste retournieren. Ich glaube es ist kein Geheimnis, dass mein Kickaufschlag, selbst mit reduziertem Tempo und aus dem Stand für die meisten Frauen nicht so leicht zurückzuspielen ist. Trotzdem retournierte Mareike recht ordentlich und der Ball flog auf Wiebke am Netz zu. Genaugenommen auf ihre Rückhand, die speziell in Form des Volleys nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. Das war der Moment, in dem ich im ganzen Turnier am nervösesten war. Dass sie den Ball als Volley-Winner durch Tobi und Mareike durchspielt, damit konnte nun wirklich keiner rechnen. Im Nachhinein bin ich schon ein bisschen Stolz, eine so coole Freundin zu haben;-) Aber es war ja noch nicht vorbei. Der nächste Punkt war nicht weniger spannenend. Nach langem hin und her blieb Mareikes Volley-Stop Versuch an der Netzkante hängen, guckte kurz rüber und fiel doch zurück auf die richtige Seite. Somit hieß es Matchball für uns…welcher dann auch glücklicherweise direkt verwandelt wurde…was auch besser für Wiebkes Nerven war. Im Nachhinein muss ich auch sagen, ich bin Stolz mit meiner Freundin Stadtmeister geworden zu sein.

Im Doppel lief es dann bekanntlich nicht so gut. Nach zwei ungefährdeten Erstrundensiegen sollten Müllerö und ich gegen Tobi und Jens spielen. Ein Match auf das ich mich echt gefreut habe. Durch Müllerös Leidensgeschichte während der Saison hatten wir bislang kein richtiges Doppel spielen können. Entweder wir haben in den letzten Wochen sehr hoch gewonnen oder von Rudi und Mos eins drauf bekommen. Ich denke das Spiel gegen Tobi und Jens hätte echt gut werden können. Deshalb war ich auch super enttäuscht als Müllerchen mir am Telefon bestätigte, dass es wohl nichts gibt. Andererseits war es natürlich die richtige Entscheidung nicht zu spielen, aber das will man ja nicht immer so wahr haben.


Tröstend war für mich sicherlich die Teilnahme am Herrenfinale. Und dies war in diesem Jahr wirklich hart erkämpft. Ich glaube wenn ich an die letzten Jahre Stadtmeisterschaften zurückdenke, so war es die schwerste Auslosung, die ich je hatte. Selbst mein Erstrundenmatch war alles andere als langweilig. Nach dem Spiel gegen Flo Krause war ich sofort im Turnier drin, da ich von Beginn an Vollgas geben musste. Das war wirklich gut, da in der zweiten Runde gleich Tobi wartete. Und ich wusste, dass es besonders in diesem Jahr schwer werden würde gegen ihn zu gewinnen. Seine gute Form hatte er ja nicht zuletzt bei den Holiday Open mit dem Turniersieg bestätigt. Aber bei mir lief es auch und ich konnte das ganze Match über eine gute Konstanz und Sicherheit aufbringen. Das war auch letztendlich der Schlüssel zum Sieg, da Tobi eine wesentlich höhere Fehlerquote hatte.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich übrigens noch nie ein ernstes Spiel gegen Mos gewonnen. Das Schlimme dabei ist, eigentlich spiele ich ganz gerne gegen ihn. Man kommt ganz gut in den Schlag, hat viele Ballwechsel und in der Regel immer ein gutes Spiel. Leider traf speziell die letzte Aussage bei diesem Spiel nicht ganz zu. Eigentlich hatte ich mich gedanklich ganz gut vorbereitet. Trotzdem war es mir nicht möglich konstant die Konzentration zu halten. Mos ging es aber anscheinend nicht anders und so wurde das Spiel eher durch leichte Fehler und verpasste Chancen charakterisiert, als durch hochklassiges Tennis. Das war für mich im ersten Satz auch das große Ärgernis, zu realisieren, dass Mos nicht gut spielt und trotzdem den ersten Durchgang mit 5:7 zu verlieren. Ich glaube beim Seitenwechsel werden so einige Zuschauer zum ersten Mal gesehen haben, wie ich einen Schläger übers Feld werfe. Genau genommen sogar gegen den Schiedsrichterstuhl, was aber nicht beabsichtigt war. Selbst das klappte also nicht. Aber vielleicht hat mich diese Entgleisung ein wenig geweckt und dazu geführt, dass ich im zweiten Satz sofort mit einem Break starten konnte, welches dann auch zum Gewinn des Satzes führte. Der Tiebreak war letztendlich das einzige Highlight des Spiels. Bis Mos beim Stand von 8:7 einen Doppelfehler machte war das Niveau zum ersten Mal hoch. Durch einen Rückhand longline Winner sichere ich mir am Ende den Matchball, der zum Sieg führt.


Vor dem Finale gegen Rudi hatte ich mir echt viel vorgenommen, denn beim mittlerweile vierten Anlauf sollte es ja endlich mal klappen. So habe ich mich während des gesamten Matches echt gut gefühlt und bin auch der Meinung, dass wir allen Zuschauern ein ansehnliches Match geboten haben. Es war übrigens das erste Mal, dass ich beim Finale nicht nervös, oder wie gegen Andre 2006 zu viel Respekt hatte. Rudi ging es aber anscheinend nicht viel anders. Er war von Beginn an voll im Match und spielte wirklich gut. So ging es nach ausgeglichenem Spiel erneut in den Match-Tiebreak. Zuvor hatte ich noch darüber nachgedacht, dass ich dieses Jahr noch gar keinen Match-Tiebreak abgeben musste, was ja schon einmal ein gutes Omen war. Trotzdem ist es immer schwer gegen Rudis Aufschläge einen Tiebreak zu gewinnen. Dazu kam noch der schnelle Rückstand von 0:4, denn ich zwar noch verkürzen, aber nie komplett aufholen konnte. Beim Stand von 8:9 reichte dann ein erneut guter Aufschlag von Rudi um das Spiel z entscheiden. Ich muss sagen, ich war selten so enttäuscht nach einer Niederlage. Vor allen Dingen, weil es so knapp war und ich der Meinung bin gut gespielt zu haben. Und wenn man bedenkt, dass der Erste aus der Mannschaft schon bei den 30ern mitspielt, so ist die Zeit doch langsam knapp, noch mal einen Endspielsieg feiern zu können.

Alles in allem war es aber erneut eine fantastische Veranstaltung, die speziell durch eine großartige Berichterstattung ganz neue Akzente setzten konnte. Denn welche Sportveranstaltung im Amateurbereich kann schon von sich behaupten einen Live-Ticker zu haben, knapp 600 Teilnehmer zu umfassen und das beste Publikum weit und breit zu besitzen. So kann ich abschließend nur sagen: Hoffentlich ist bald wieder Sommer und Zeit für die nächsten Stadtmeisterschaften!

Bis dahin viel Spaß im Winter und bis bald,

 

Euer Schmiddi.

 

An dieser Stelle ist es auch uns vom Auf'm Platz Team ein Anliegen, sich bei Christian zu bedanken. Es ist für uns immer wieder eine Freude die Texte zu bekommen und online zu stellen. Vielen Dank für die vielen Berichte in der vergangenen Saison.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading