Mo
14
Jun
2010
Trotz Verletzungen nicht zu bremsen
Endlich durften sie wieder ran. Die erste Herren vom TC Waldhof empfing am Samstag den TC Kaiserswerth. Wie es Christian Schmitke dabei erging und wie er und das Team die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage und Wochen verarbeiteten beschreibt er heute in "Game, Set & Schmiddi".
Saisonaus für den Stadtmeister
Unser dritter Spieltag beginnt genau so unheilvoll wie der zweite. Am Sonntag, sechs Tage vor dem wichtigen Spiel gegen Kaiserswerth bekomme ich erneut einen deprimierenden Anruf. Diesmal nicht von Julian, der die Saison sowieso schon abgehakt hat, sondern von Müllerö. Die Hiobsbotschaft lautet bei ihm nicht Bandscheibenvorfall, sondern Mittelhandbruch! Im ersten Moment hoffe ich noch, dass das nur ein schlechter Witz ist, doch seine angespannte Stimme lässt all meine Hoffnungen schwinden. Die erste Diagnose: sechs Wochen Pause! Somit ist die Saison für ihn gelaufen.
Waldhof leuchtet Oranje
Die gesamte nächste Woche wird von Überlegungen bezüglich unserer Aufstellung fürs nächste Spiel und von der weiteren Saisonplanung bestimmt. Nach etlichen Diskussionen treffen wir Anfang der Woche die Entscheidung uns mit Serinho in Verbindung zu setzen, damit er Müllerö ersetzen kann. Trotzdem fehlt noch der sechste Spieler. Normalerweise müsste Tim an Position sechs spielen, doch sollte er bereits gegen Kaiserswerth eingesetzt werden, so würde er sich spätestens beim vierten Spiel gegen Dinslaken festspielen. Dies wäre wiederum für die zweite Mannschaft, die noch auf das Erreichen der Relegation in der Bezirksliga hofft, ein großes Problem. Die Entscheidung am Freitagabend lautet also: Julian puffert im Einzel an Position drei und Asa (Andreas Koczwara) bekommt seinen ersten Einsatz in der 1. Verbandsliga im Doppel. Am Samstagmorgen fahre ich trotzdem sehr entspannt zum Club. Selbst mit einem verschenkten Punkt bei den Einzeln sind wir mit Niels an eins und Serinho an zwei sehr gut aufgestellt. Auch meinem Spiel an Position sechs sehe ich sehr entspannt entgegen. Nach dem Nudelessen und während des Einspielens treffen unsere Gegner ein und Julian teilt uns mit, dass sie tatsächlich ohne ihre zwei Holländer spielen. Ich muss gestehen, dass mich diese Information leicht frustriert. Nicht nur, dass Serinhos Einsatz damit überflüssig wird, sondern ich selbst an sechs kein gutes Spiel zu erwarten habe. Unsere Gegner sind übrigens gleichermaßen überrascht, dass wir an den ersten Positionen so stark auflaufen.
Sieg und Klassenerhalt
Meine Befürchtungen bezüglich eines schlechten Gegners werden allerdings nicht erfüllt. Laut Mos werde ich wohl einen der stärksten Kontrahenten haben. Dies bestätigt sich auch ganz schnell in den ersten Spielen. Nach zehn Minuten liege ich bereits 0:3 hinten. Es fällt mir extrem schwer mit aufs Spiel zu konzentrieren. Irgendwie wollen die ganzen Aufstellungsprobleme und Planungen nicht aus meinem Kopf. Bemerkbar macht sich dies durch unnötige Fehler und viel zu kurze Bälle. Glücklicherweise habe ich meinen Mentalcoach (Müllerö) auf der Bank, der mich schnell dazu bringt viel konzentrierter zu spielen. Nach den ersten drei Spielen wird es dann auch kontinuierlich besser. Bis dahin hat mein Gegner leicht die halbhohen und kurzen Bälle attackieren können. Mit ein bisschen mehr Länge und höherem Spin ändert sich dies aber schnell. Ich finde so gut ins Spiel, dass ich die nächsten fünf Spiele in Folge gewinne. Mein Gegner wird immer frustrierter, da ich mittlerweile nicht nur mit einer sehr guten Länge und Höhe spiele, sondern auch oftmals die Linie finde. Des Weiteren streue ich vermehr tiefe Slice Bälle ein, mit denen er gar nicht zurecht kommt. Der erste Satz geht folglich mit 6:4 an mich. Der zweite Satz beginnt wie der erste aufgehört hat. Obwohl mein Gegner versucht sein Spiel etwas umzustellen und weniger Fehler zu machen steht es schnell 4:0 für mich. Beim vierten Spiel im zweiten Satz lässt er sich sogar dazu hinreißen einen umlaufenen Insideout-Ball, den ich mit der Vorhand weit aus meiner Rückhandecke spiele, als physikalisch unmöglich Winkel zu bezeichnen. So ein Kompliment hört man doch gerne, oder?! Auch wenn er noch zwei Aufschlagspiele gewinnt schließe ich den Satz mit einem Aufschlagspiel zu Null zum 6:2 ab! Leider gibt es an dieser Stelle nicht mehr so viel Spannendes von den anderen Partien zu berichten. Neben mir auf Platz 3 gewinnt Mos ganz klar mit 6:0 6:1 und auch Rudi und Niels werden nicht gefordert. Auch sie geben jeweils nur ein Spiel im Match ab. Das zweite etwas engere Spiel hat Serinho an Position zwei, der im zweiten Satz nach 0:3 Rückstand kein Spiel mehr abgibt und letztendlich auch klar in zwei Sätzen gewinnt. Somit steht es bereits nach den Einzeln 5:1. Das bedeutet schon vorzeitig: Sieg und Klassenerhalt!
Tabellenführung zurückerobert
Nach einigem Bitten lassen unsere Gegner sich noch zu den Doppeln überzeugen, auch wenn ich verstehen kann, dass ihre Motivation nicht mehr ganz so hoch ist. Die Frustration ist ihnen nämlich deutlich ins Gesicht geschrieben. Somit kommt Asa dann doch noch zu seinem Einsatz in der 1. Verbandsliga und trifft im dritten Doppel, zusammen mit Rudi, auf die stärksten Gegner. Sie spielen gegen meinen und Serinhos Gegner. Die Umstellung von der Bezirksliga auf die 1. Verbandsliga macht Asa zu Beginn des Matches sichtlich zuschaffen. Doch unerwartet schnell legt er die anfänglichen Probleme ab und es entwickelt sich ein ansehnliches und spannendes Spiel. Nach 3:6 und 2:5 retten sich die beiden sogar noch in den Tiebreak. Trotzdem reicht es letztendlich nicht mehr für einen Sieg. Das erste Doppel ist dagegen erneut sehr einseitig. Es steht nach einer knappen Stunde 6:0/6:1 für Mos und Serinho. Im zweiten Doppel spiele ich erstmalig zusammen mit Niels, was eigentlich sehr gut harmoniert und auch unglaublich Spaß macht. Durch seine starken Aufschläge ist es nämlich sehr einfach einen Volleypunkt nach dem anderen am Netz zu machen. Und dass das Spaß macht, muss ich ja keinem erzählen. Auch wenn wir im zweiten Satz etwas mehr Gegenwehr bekommen, ist der Sieg nie gefährdet und es steht am Ende 6:1 7:5.
Der vorzeitig erreichte Klassenerhalt wird dann am Abend mit mehreren Mannschaftsrunden aus dem 1,5 Liter Glas gefeiert. Auch wenn der Gedanke an die nächsten Spiele ohne Julian und Müllerö
traurig ist, so ist es doch der Wahnsinn, am dritten Spieltag in der 1. VL die Tabellenführung zurückerobert zu haben. Damit sind alle folgenden Spiele nur noch eine tolle Zugabe zum
fantastischen Saisonverlauf.
Und ob ihr es glaubt oder nicht, einem aus unserem Team war das natürlich schon wieder vor dem Spieltag klar: Julian! Er hat nach dem Feststehen der Aufstellungen ein glattes 7:2 vorausgesagt! Den Ausgang des nächsten Spieles wollte er aber noch nicht verraten… der Spannung halber.
Jetzt wünsche ich euch erstmal eine angenehme Woche, viel Spaß bei der Fußball Weltmeisterschaft und bis in einer Woche,
Euer Schmiddi
Kommentare: 2
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#1
Game, Set & Schmiddi...immer ein lesenswürdiges Higlight - vor allem, wenn man life "dabei" war..
Danke -
#2
Highlight natürlich:-)))










