Di

18

Mai

2010

Studentenausweis gegen Pressekarten

World Team Cup in Düsseldorf. Ein Grund für Auf'm Platz den Profis einen Besuch abzustatten. Hochklassiges Tennis in angenehmer, familiärere Atmosphäre, das ist es, was den ARAG World Team Cup ausmacht. Auf'm Platz Redakteur Max Lazar ist dem Ganzen auf die Spur gegangen.

Phillip Kohlschreiber Foto: M. Lazar Phillip Kohlschreiber Foto: M. Lazar

Es ist 13 Uhr und bei Leibe kein Tenniswetter, als ich die Anlage am Rolander Weg betrete. Dennoch herrscht eine gewisse Vorfreude, war der Besuch im Rochusclub in den letzten Jahren doch immer eine Reise wert. Auf dem Centre Court I, für den ich Karten habe, steht das Doppel Deutschland - Frankreich und die Partie Spanien - Tschechien auf dem Programm. Doch bevor ich mich auf meinen Platz begebe geht es erstmal ins Pressezentrum. Studentenausweis abgeben, Tagesakkreditierung abholen. So fair ist der Tausch. Mal sehen, wer mir so über den Weg läuft und schließlich habe ich mich noch für ein Interview angemeldet. Für das Team Deutschland geht es derweil im Doppel um alles. Nach der Niederlage von Phillip Kohlschreiber gegen Jeremy Chardy am Vortag und dem Überraschungcoup von Andreas Beck, der Paul-Henri Mathieu niederkämpfte, müssen Christopher Kas und Phillip Kohlschreiber im Doppel gegen Nicolas Mahut und Jeremy Chardy gewinnen, um mit einem Sieg ins Turnier zu starten. Obwohl der Centre Court nicht ausverkauft ist, ist die Stimmung gut und die Deutschen konnten sich der Unterstützung des Publikums sicher sein. Ich muss sagen, die Atmosphäre ist klasse. Das eigene Team wird von den deutschen Fans natürlich am meisten unterstützt, jedoch nie unfair gegenüber den anderen Nationen. Das ist es, was den World Team Cup auszeichnet.

Pressezentrum Foto: M.Lazar Pressezentrum Foto: M.Lazar

Das Spielgeschehen lässt sich kurz und knapp zusammenfassen und soll auch nicht im Mittelpunkt dieses Berichts stehen. Der erste Satz geht mit 6:3 an Frankreich, der zweite mit 6:3 an Deutschland. Das bedeutet: Champions-Tie-Break! Pünktlich dazu öffnet Petrus alle Schleusen. Es regnet so stark, dass die Partie beim Stand von 4:6 aus Sicht der Deutschen unterbrochen werden muss. Ich nutze die Gelegenheit, um einen Blick ins Pressezentrum zu werfen. Die Stühle sind aufgereiht und vorne auf dem Podium wird im Laufe des Tages die Pressekonferenz abgehalten werden. An den Wänden hängen Bilder von allen Weltranglistenersten, die schon am Rolander Weg aufgeschlagen haben. Agassi, Roddick, Becker. Lazar suche ich vergebens. Eine Etage höher haben die anderen Journalisten ihre Laptops aufgeklappt und bearbeiten fleißig Fotos oder schicken ihre Berichte aktuell an die Agenturen. Ich gönne mir lieber ein Stück Kuchen in der Caféteria und trinke eine Cola. Nach meinem kleinen Rundgang lässt sich endlich wieder die Sonne blicken und auf dem Centre Court geht's weiter. Leider nicht gut. Schon nach wenigen Minuten beendet "Kohli" das Doppel mit einem Doppelfehler und Frankreich fährt den so wichtigen ersten Sieg ein. Naja, noch ist ja nichts verloren.

Oliver Fink Foto: M. Lazar Oliver Fink Foto: M. Lazar

Jetzt wird es ernst. Nach dem ersten Spiel bin ich mit Turnierdirektor Dietloff von Arnim für ein Interview verabredet. Kurz nach mir trifft er auch schon im Pressezentrum ein, und wir plaudern in der Caféteria über Tennis (Das große Interview gibt es morgen hier bei Auf'm Platz). Der Turnierdirektor ist sehr symphatisch und locker, beantwortet meine Fragen mit sehr viel Geduld. Nach knapp einer halben Stunde machen wir noch schnell ein Foto und dann geht es auch schon weiter. Auf dem Weg zurück zum Centre Court läuft mir Florian Mayer über den Weg. Ich quatsche ihn an, und er ist sofort für ein kurzes Interview bereit. Yes! Zwei Interviews, was will ich mehr? Klar, Tennis gucken. Also ab auf meinen Platz und zumindest noch ein bisschen von Tomas Berdych und Nicolas Almagro genießen. Sandplatztennis vom Feinsten und packende Ballwechsel. Bis der Regen kommt! Jetzt reicht es mir auch, noch schnell nach neuen Tennisklamotten Ausschau halten, Fotos von den Profis der Düsseldorfer Fortuna machen, die zum Fußballtennis auf die Anlage gekommen sind, und dann zurück nach Bottrop. Auch wenn das Wetter diesmal nicht ganz mitgespielt hat, der Besuch in Düsseldorf hat sich gelohnt! ml

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