Mo

17

Mai

2010

Erfolgreiche Reise nach Düsseldorf

Am Wochenende war Christian Schmitke mit seiner ersten Herren vom TC Waldhof beim TC Rheinstadion zu Gast. Ohne Julian Schulte sollte der zweite Sieg in Serie eingefahren werden. Heute berichtet Schmiddi exklusiv für Auf'm Platz in "Game, Set & Schmiddi" über seine Eindrücke vom Spiel in Düsseldorf.

Schulte muss passen

Julian Schulte Foto: H.Wiegert Julian Schulte Foto: H.Wiegert

Der zweite Spieltag in der 1. Verbandsliga beginnt mit einer Hiobsbotschaft am Donnerstagmorgen. Julian verkündet mir sehr deprimiert am Telefon, dass seine Verletzung keinen Einsatz am Wochenende zulasse. Damit ist die Euphorie nach dem ersten Heimsieg erst einmal wieder gebremst. Auf Müllerchens Grillparty am Nachmittag beschließen wir Julian trotzdem aufzustellen, damit keiner nachrutschen muss. Eine Entscheidung, die meines Erachtens immer einen bitteren Nachgeschmack hat, da wir gegen gute Gegner direkt mit einem 0:1 Rückstand starten.

Es ist bei mir sehr selten der Fall, dass vor einem Spieltag keine riesige Vorfreude herrscht. Durch den erneuten personellen Rückschlag und das anhaltend miese Wetter verzichte ich sogar auf das Einspielen am Freitag. Die Vorstellung wieder bei winterlichen Temperaturen auf schweren Plätzen, die jeglichen Spin unterdrücken, zu spielen ist nicht gerade prickelnd. So ist unser frisch gebackener Jungsenior Müllerö der Einzige, der am Freitag trainiert. Eigentlich sollte mich schon der Umstand beruhigen, dass unsere Propheten Julian und Rudi für den Spieltag ein 6:3 bzw. 5:4 prognostiziert haben. Trotzdem klingt für mich ein 5:4 nicht gerade sehr beruhigend. Aber andererseits ist die Aussicht auf eine spannende Partie gar nicht schlecht, da das richtige Nervenkribbeln am ersten Spieltag nicht aufgekommen ist. Dies sollte sich aber im Verlaufe des Samstages ganz schnell ändern. Doch nicht nur das änderte sich. Bei den ersten Sonnenstrahlen (seit gefühlten 10 Wochen) am Samstagmorgen kommt sogar wieder die Vorfreude auf das Match zurück. Außerdem ist beim Nudelessen die Motivation der gesamten Truppe dermaßen hoch, dass man einfach mitgerissen wird.

Nach Stotterstart läuft der Waldhof-Motor

Jan Möller Foto: H.Wiegert Jan Möller Foto: H.Wiegert

Nach Ankunft in Düsseldorf und der Begrüßung unserer Gegner teile ich Roger Thiele (Mannschaftsführer TC Rheinstadion) unsere Aufstellung mit, die wie folgt lautet: Niels, Julian, Mos, Rudi, ich selbst und Müllerö. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob unsere Gegner froh sind, direkt 1:0 in Führung zu gehen, oder ob sie lieber spielen würden. Die Reaktionen sind jedenfalls sehr nüchtern. Da Julian in der ersten Runde nicht antritt, wird Niels um 14:00 Uhr neben Rudi und Müllerö starten. Wie auch schon beim ersten Spiel bekomme ich von seiner Partie erneut kaum was mit. Ich sitze bei Müllerö auf der Bank und kann nur auf seinem und Rudis Platz das Geschehen verfolgen. Das reicht aber auch schon um meine Nerven zu strapazieren. Müllerchen legt einen durchwachsenen Start hin und vermeidet gerade noch einen 0:3 Rückstand. Auch Rudis Spiel ist heute nicht ganz so konstant wie letzte Woche. Seine Aufschlagquote liegt weit unter 50%, was bekanntlich nicht unbedingt förderlich für sein Spiel ist. In beiden Partien wird aber sofort klar, dass unsere Gegner heute ein ganzes Stück besser sind und wir uns auf einen schweren Spieltag einstellen können. Glücklicherweise ist nicht nur Müllerchen gewohnt konditionsstark, sondern auch Rudi hat nach guter Vorbereitung genug Puste, um über die volle Matchdistanz sein Level halten zu können. In beiden Partien heißt es nach laufintensiven Ballwechseln 1:1 in Sätzen. Daraus folgen zwei Match-Tiebreaks und Gedanken an ein frühes 0:3! Es gibt definitiv entspannendere Möglichkeiten sich auf sein eigenes Spiel vorzubereiten. Wie emotional angespannt selbst die Akteure sind wird zu Ende des Tiebreaks speziell bei Rudi klar. Ein Netzroller, der durch einen Rückhandpassierschlag den Punktgewinn bringt, löst einen Freudenschrei aus, den man nicht alle Tage hört. Und das obwohl der Ball auf der Netzkante liegen bleibt und unerreichbar hinter ihr runterfällt. Eine Entschuldigung folgt selbstverständlich auch noch. Nach höchster Spannung gehen beide Tiebreaks an uns und nach den schlimmsten Befürchtungen steht es auf einmal 3:1! Denn ganz unspektakulär hat Niels bereits den dritten Punkt eingefahren. Genau wie im ersten Spiel gewinnt er ohne all zu große Mühen 6:2, 6:2.

Pilotenbrillen auch kein Hinderniss

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Die zweite Runde besteht folglich nur aus zwei Spielen. Schon nach dem Einspielen weiß ich, dass die Plätze zwar relativ hart, trotzdem aber unglaublich rutschig sind. Also das genaue Gegenteil von unseren Plätzen zu Hause. Ein weiterer Vorteil der Heimspieler ist die Geräuschkulisse. Wer schon mal im TC Rheinstadion gespielt hat sollte wissen, was ich meine. Es ist doch sehr irritierend, wenn im 90 Sekunden Takt Flugzeuge so nah über einen wegfliegen, dass man erkennen kann ob der Pilot eine Brille trägt oder nicht. Letztendlich ist dies aber auch nicht so dramatisch, da mein Gegner von Vornherein mit meinem Spiel große Probleme hat. Er hat kaum eine Antwort auf meine hohen Spinbälle auf seine recht harmlose Rückhand. So wird mein Einzel zur entspanntesten Zeit des Spieltages. Leider trägt das nicht dazu bei alle Zuschauer an meinen Platz zu binden und so muss ich Wohl oder Übel erneut akzeptieren, dass Mos Spiel wesentlich spannender und interessanter ist. Er hat erneut den zweitstärksten Gegner erwischt und liefert sich mit ihm hochklassige Ballwechsel. Leider verpasst auch er den Start ein wenig und liegt sofort 1:4 hinten. Nach verlorenen ersten Satz rettet auch er sich in den Match-Tiebreak, kann aber seinen Erfolg der Vorwoche nicht wiederholen. So heißt es nach den Einzeln 4:2.

Clever aufgestellt ist halb gewonnen

Niels de Moore Foto: H.Wiegert Niels de Moore Foto: H.Wiegert

Jeder der schon mal bei einem engen Spieltag eine 4:2 Führung hatte, weiß wie schwer es sein kann, die Doppel aufzustellen. Und dann am Besten auch noch so, dass man mindestens eins davon gewinnt. Wir haben mehrere Optionen und entscheiden uns nach langem hin und her für folgende Variante: Julian/Mos, Niels/Rudi, Müllero/Schmiddi. Somit schenken wir erneut einen Punkt ab, haben aber Niels und Rudi im zweiten Doppel! Außerdem ist das dritte Doppel auch nicht so schlecht. Für alle, die mal in die Situation kommen, einen Spieler, der sein Einzel abgeschenkt hat, aufstellen zu wollen: Nach Rücksprache mit der Hotline kann ich versichern, dass es problemlos möglich ist. Unsere Gegner sehen das allerdings anders und es entsteht eine große Diskussion, in die sich auch der ein oder andere Außenstehende mit einmischt. Um 19 Uhr beginnen wir dann aber mit den Doppeln. Unsere Aufstellung bewirkt in jedem Fall eine dramatische Endphase des Spieltags. Nach vier Satzbällen vergeigen wir tatsächlich den ersten Satz mit 7:5, was ich noch ganz beruhigt aufnehme, da das andere Doppel bereits den ersten Satz gewonnen hat. Leichte Panik entsteht aber, nachdem Niels und Rudi den zweiten Satz mit 6:2 abgeben und wir uns bei ihrem Tiebreak kaum noch auf unser eigenes Spiel konzentrieren können. Trotzdem erspielen wir im zweiten Satz eine Führung. Gleichzeitig werden wir durch großen Jubel erlöst. Rudi und Niels gewinnen! Beflügelt durch den Gedanken an den zweiten Saisonsieg holen wir den zweiten Satz und auch den Match-Tiebreak mit 10:7. Und das nach einem Rückstand von 0:5!

Der Blick geht nach vorne

Herren I TC Waldhof Foto: M.Lazar Herren I TC Waldhof Foto: M.Lazar

Am Ende heißt es also 6:3 und Julian, der am Rand so einige Bange Minuten ertragen musste, hat mit seinem Tipp erneut Recht gehabt. Sollte er mit seinen Prognosen weiterhin so treffsicher sein, hoffe ich nur, dass er bei einer geahnten Niederlage im Vorfeld den Mund hält. Nach diesem erneut fantastischen Spielverlauf gibt es dennoch einen Wermutstropfen: Da wir am nächsten Spieltag in zwei Wochen Spielfrei haben, werden wir wohl unsere Tabellenführung abgeben. Aber wer weiß, vielleicht holen wir sie ja auch wieder.

 

Bis dahin,

 

Euer Schmiddi.

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Kommentare: 2

  • #1

    Jelle (Montag, 17 Mai 2010 20:28)

    Schmiddi, ganz im Ernst, super Sache die du hier hinlegst! Man freut sich jetzt schon auf deinen nächsten Erfahrungsbericht!

  • #2

    Toni (Montag, 17 Mai 2010 21:39)

    Ich finde deine Berichte auch wirklich klasse :-)

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