Mo
10
Mai
2010
Waldhof schickt Langenfeld nach Hause
Christian Schmitke hat sein erstes Medenspiel in den Beinen. Exklusiv für Auf'm Platz berichtet er vom Nudelnessen vor dem Spiel bis zum letzten Ballwechsel. Das erste Treffen mit Niels de Moore und die großartige Stimmung am Quellenbusch spielen ebenfalls eine Rolle - bei seinem ersten Aufschlag für Auf'm Platz.
Ein leichtes Kribbeln im Bauch, aufkommende Nervosität und mächtig Vorfreude. Jeder Tennisspieler kennt diese Anzeichen kurz vor dem ersten Spiel der neuen Sommersaison, speziell wenn es im ersten Spiel direkt um den Klassenerhalt geht. Allerdings ist die Nervosität in diesem Jahr nicht mehr ganz so groß wie noch in meiner ersten Saison in dieser Spielklasse. Letztes Jahr wusste keiner, wo wir wirklich stehen und was uns in der 1. Verbandsliga erwartet. Beim Auftaktmatch gegen den Langenfelder TC war die Stimmung im Vorfeld anders. Wir wussten, dass unser Team vom Papier überlegen ist und eine Niederlage sehr unwahrscheinlich. In allen Diskussionen beim Training ging es daher eigentlich immer nur um die Höhe des Sieges. Sehr skeptisch war ich bei Rudis und Julians Aussage, die einen Kantersieg mit 8:1 zu prognostiezierten. Eine Einschätzung, die meiner Meinung nach sehr gewagt war.
Als ich am Samstag um 12:00 Uhr am Club eintreffe bin ich der letzte. Unsere Neuzugänge Julian Schulte und Niels de Moree sind auch bereits da. Es ist das erste Treffen mit Niels, der in diesem Jahr unser Topspieler ist und in den wir große Hoffnungen stecken. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass wir aus rein menschlicher Sicht einen Volltreffer mit seiner Verpflichtung gelandet haben. Jetzt muss er nur noch gut spielen. Aber bevor es auf die Plätze geht werden die beiden „Neuen“ noch in die Geflogenheiten vor dem Spiel eingeweiht. Damit ist natürlich das gemeinsame Nudelessen und Einspielen gemeint.
Nach dem pünktlichen Eintreffen der Gegner kann die Saison bei glücklicherweise trockenem Wetter beginnen. Da ich diese Saison an Position fünf spiele muss ich leider in der zweiten Runde spielen, was mir eigentlich gar nicht passt. Zum Einen die lange Pause nach dem Einschlagen, zum Anderen die gesteigerte Nervosität durch das Zuschauen bei den anderen, machen die Sache nicht leichter. Glücklicherweise macht es mir Müllerö auf der Bank sehr leicht. Wie schon bei den letzten Trainingseinheiten ist er pünktlich zur Saison in überzeugender Form. Auch wenn sein Match von langen Ballwechseln geprägt ist hat er seinen Gegner eigentlich die ganze Zeit gut im Griff. Abgesehen von einem kleinen Hänger im zweiten Satz. Nach souveräner Führung (4:1) lässt die Konzentration nach und er muss bei 4:3 gefühlte 20 Spielbälle abwehren, bevor er den Sack zumacht. Den zweiten Punkt in der ersten Runde holt Rudi, der seinen Gegner förmlich abfertigt (6:2, 6:1). Offen gestanden hätte ich dies auch nicht zwingend erwartet, da das Duell der beiden im Winter wesentlich enger war und sein Gegner eher ein Sandplatzspieler ist. Aber wir wissen ja, wenn Rudi einmal in Fahrt kommt ist er eben schwer aufzuhalten. Die einzige Niederlage musste leider Julian einstecken, was aber auch keine große Überraschung war. Nach mehrmonatiger Verletzungspause hat er letzten Montag zum ersten Mal wieder auf dem Platz gestanden und geht ohne Matchpraxis in die Saison. Wir sind deshalb sehr dankbar, dass er überhaupt auf dem Platz stehen kann und sogar ohne Praxis eine sehr ordentliche Leistung erbringt. Aber ich bin mir sicher, dass wir bei seinem Ehrgeiz eine noch rasantere Formsteigerung in den nächsten Wochen miterleben werden.
Zum Start der zweiten Runde gibt Niels sein Debüt, von dem ich leider nichts mitbekomme, da ich zu diesem Zeitpunkt noch auf Platz zwei auf der Bank sitze. Wie mir nachher zugetragen wird, war er allerdings sehr überlegen und musste nicht am Limit spielen. Als ich endlich auf den Platz gehe sieht dieser bereits aus wie ein Schlachtfeld. Müllerö hat sich beim Spielen bis auf die Kiesschicht vorgearbeitet und es fühlt sich bereits beim Einspielen an, als würde man im Sumpf spielen. Dementsprechend schwer fällt mir auch das Spielen. Schon zu Beginn muss ich in jedem meiner Aufschlagspiele Breakbälle abwehren, ohne mal selbst einen zu ergattern. Bei 4:4 gelingt es dann zum ersten Mal. Obwohl mir noch immer jegliches Gefühl für den Aufschlag fehlt, verläuft der Rest des Matches etwas besser. Auch wenn ich spielerisch recht unzufrieden bin, zählt letztendlich nur das Ergebnis von 6:4 und 6:2. Im zweiten Satz strapaziert mein Teamkollege Matthias (Mos) noch meine Konzentrationsfähigkeit, da er auf dem Nachbarplatz das Spiel des Tages bestreitet. Es fällt nicht leicht bei dem emotionalen und hochklassigen Match die Aufmerksamkeit auf den eigenen Platz zu richten. Mittlerweile stehen rund 50 Zuschauer am Rand seines Platzes und machen ordentlich Stimmung. So bekomme ich auch ständig mit, wie eng die Partie ist. Das bestätigt auch der Ausgang. Nach Verlust des ersten Satzes gewinnt Mos den zweiten Satz und nachfolgend den Match-Tiebreak mit 11:9. Eine überragende Leistung, die uns schon vor den Doppeln den Sieg sichert.
Man kann sich kaum vorstellen, welch eine Erleichterung das bedeutet. Unsere Gegner verdienen übrigens ein großes Lob. Trotz der bitteren Niederlage sind alle Spiele extrem fair ausgetragen worden und auch die Doppel werden nicht abgeschenkt. In diesen bestätigt sich noch mal die gute Form des gesamten Teams. Alle drei Spiele werden in zwei Sätzen gewonnen. Selbst Julian kann im ersten Doppel mit Niels einen ungefährdeten Sieg einfahren, was mich bei seinem Trainingsstand sehr freut. Es ist also geschafft! Das Endergebnis lautet 8:1 und beschert uns einen Saisonstart nach Maß, an dem Rudi und Julian bekanntlich nie gezweifelt haben.
In diesem Sinne, wünsche ich eine traingsfreudige Woche und bis zum nächsten Montag.
Euer "Schmiddi"
Kommentare: 1
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#1
Hallo Christian
Ein echt gelungener Bericht!
Freue mich schon auf den nächsten Artikel:-)
Viel Glück weiterhin! 









